Die Trockentrenntoilette – Fakten die du vor dem Selbstbau unbedingt wissen musst!

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Viele im Wohnmobil Reisende kennen sie schon. Ob es mit einer Trockentrenntoilette, oder kurz TTT, zu gewissen Gerüchen kommt, oder auch nicht, ist Gegenstand vieler Diskussionen und Spekulationen. Oftmals wird sie auch mit den sogenannten Komposttoiletten verwechselt, die zwar auch das Flüssige vom Festen trennen, welche jedoch nach einem ganz anderen Prinzip funktionieren, um das es hier jetzt aber gar nicht gehen soll. Hier erzählen wir von unseren Erfahrungen mit den von uns selbst gebauten TTT.

Es gibt viele gute Anleitungen im Netz, wie man sich eine TTT relativ einfach selbst bauen kann, deshalb  müssen und wollen wir das Rad an dieser Stelle nicht noch einmal erfinden. Bei den Campofanten liest du beispielsweise eine sehr schöne Anleitung  die wir dir sehr empfehlen können. Auch die Zwei von Wir sehn uns Unterwegs haben den Selbstbau einer TTT sehr eindrucksvoll dargelegt. Mit all diesen Infos hat man eine sehr gute Basis und dem Bau der eigenen Trockentoilette steht nichts mehr im Wege.

Unsere erste Selbstbau-Trockentrenntoilette. Ein Einsatz von Kildwick, verbaut in einer Klappe – Und warum wir diesen wieder rausgeworfen haben.


Zum Bau unserer ersten Trenntoilette besorgen wir uns einen Einsatz von Kildwick. Dieser Einsatz hat jedoch für uns sehr nachteilige Mängel, von denen wir Dir jetzt berichten wollen.

 

  • Das Urinbecken ist relativ klein und hat einen sehr tief gelegenen Trennrand zum Feststoffeimer, was nach unserer Erfahrung zur Folge hat, dass – wenn man nicht sehr (!) aufpasst – zumeist das Flüssige in der trauten Gesellschaft des Festen landet. Die entstehenden Gerüche mag man nicht wirklich im Haus haben…

 

  • Der Urinauslass des Kildwick-Einsatzes besteht aus einem sehr schmalen Rohrstutzen, an dem man dann irgendwie (!?!) weiterbauen muss. Wir waren dummerweise aus diesem Grund dann in der Verlockung, darauf einen ebenso schmalen 3/4 Zoll-Schlauch aufzusetzen und diesen mit dem Urinkanister zu verbinden. Ein gutes Ablaufverhalten ist dann leider Fehlanzeige. Der Urin kann nicht schnell genug ablaufen, was  –  und du wirst es schon ahnen – wieder zur Folge hat, dass die Suppe stets voll motiviert hintenrüber in den Eimer läuft.  Juhu, es gibt schon wieder tolle Gerüche!   🙁

 

  • Der Auslass zum Feststoffeimer hat einen relativ tiefen Rand (ca. 10 cm). Was auf den ersten Blick sinnvoll und nützlich erscheint. Aber eben nur auf den ersten Blick. Denn durch die tief nach unten ragende Kante bekommen wir nicht jeden Eimer unter den Einsatz gestellt. Bei uns läuft es auf einen normalen Haushaltseimer hinaus, den wir dann nach relativ kurzer Zeit schon wieder leeren müssen, weil er voll ist. Zudem hat der tiefe Rand noch den großen Nachteil, dass man sehr viel mehr putzen muss.

Dies war der Einsatz in der Klappvorrichtung unserer ersten TTT. Er stammte von Kildwick. Darauf steckten wir ein HT-Rohr und verbanden dieses mit einer Schelle mit einem 3/4 “ Schlauch zum Urintank. Da es diesen Anschluss unseres Wissens nach fertig gar nicht zu kaufen gab, hatten wir die Plastikteile mit einer Heißluftpistole verschmolzen. Trotz aller Mühe war der Abflussdurchmesser aber viel zu klein und der Rand zwischen Fest und Flüssig ist bei diesem Modell viel zu niedrig angesetzt.

Die Bauform, oder: Wie gelange ich am Besten an meinen vollen Eimer?


Wenn man seine TTT selber zusammenbaut, kommt man früher oder später an diesen Punkt: Wo und wie will ich den Eimer entnehmen können, wenn er entleert werden muss?

 

In unserer ersten geplanten Konstruktion ist die angestrebte Lösung eine obere Klappe mit Scharnieren – Der Einsatz ist hier fest mit dem Urinschlauch verbunden, und wird so verlegt, dass genug Schlauch zum Hochklappen des Ganzen nach rechts vorhanden ist. Im Prinzip nicht schlecht. Jedoch ist unsere Ecke, die wir für das Stille Örtchen im Fienchen vorgesehen haben, gerade mal um die 70 cm breit und 50 cm tief. Wenn man die Klappe nebst Trenneinsatz und Schlauch zum Leeren hochklappt, muss man umständlich drum herumhantieren. Wenn Du also nicht wirklich viel Platz zur Verfügung hast, können wir dir diese Bauweise nicht empfehlen.

 

Dazu kommt, dass selbst der beste Schlauch, wird er denn auf diese Art regelmäßig bewegt, meist mit der Zeit irgendwo undicht wird. Erst recht, wenn man keinen Essig benutzt, und sich knochenharte Ablagerungen im Schlauch bilden.

Was haben wir nun bei unserer zweiten Trenntoilette anders gemacht?


Der neue Aufbau unserer TTT von oben gesehen: Der Schlauch endet in einem fest verbauten HT-Rohrstück und ist nach unten hin in einem leichten „S“ für den Geruchsverschluss verlegt. Rechts oben siehst Du noch die beiden Stellen, an denen die Scharniere für die Klappe vorher befestigt waren.

Hier siehst Du die Befestigung des Schlauchs am HT-Rohrstück im Detail. Im Rohr verschwindet bei aufgelegtem Toilettenoberteil das Ablaufrohr des Urinauffangbeckens.

Zunächst haben wir den Einsatz von Kildwick gegen einen Selbstbaueinsatz von Separett ausgetauscht.

 

 

Der Einsatz von Separett kam bei uns mit einem passenden Ablaufschlauch, der schon mal doppelt so viel Durchmesser hat, wie der von uns am Kildwick-Einsatz verbaute Schlauch. Soweit schon mal prima, denn das garantiert einen genügend schnellen Abfluss des Urins.

 

Die olle Klappeinrichtung ist gänzlich rausgeflogen, der mittlerweile groß gewordene Eimer kann aber immer noch von oben entnommen werden. Wie das geht? Zwischen dem Auslass des Urinauffangbeckens und dem Ablaufschlauch haben wir an einer festen Stelle im Toilettenkasten ein kurzes Stück HT-Rohr verbaut. Unten an diesem Rohr ist der Ablaufschlauch mit einer Schelle befestigt. Von oben „schlüpft“ quasi der Auslass des Urinbeckens in das Rohr, ist aber nicht daran befestigt.

Wenn wir nun also den Eimer leeren wollen, legen wir ein Stück Küchenpapier auf den Boden (um eventuell anhaftende Tröpfchen aufzufangen), heben die komplette obere Platte unserer Toilette nebst daran befestigtem Toiletteneinsatz ab, und stellen es – mit dem Auslass auf das Stück Papier auf den Boden. Und schon kann der Eimerinhalt bequem geleert werden. Ganz ohne Verbiegen oder Dran-Vorbeiquetschen am Ablaufschlauch. Denn dieser bleibt auf diese Weise stets an seinem angestammten Platz liegen und wird nicht bewegt.

Der Einsatz von Separett hat schon von Haus aus eine etwas höhere Trennungskante zwischen dem festen und dem flüssigen Auslassteil. Aber das Beste ist, dass es noch eine einklickbare Erhöhung dazu gibt. Damit geht nichts mehr dahin, wo es nicht hin soll. Adieu, Gemüffel!

Der Einsatz von Separett hat im Gegensatz zum Kildwick einen weniger tiefen Rand nach unten zum Feststoffeimer.  Das kommt mir beim ersten Anschauen erst mal merkwürdig vor: Geht da was daneben?  Doch hier kann ich dich gleich beruhigen: Nein! Denn dieser wenig tiefe Rand hat zwei ganz große Vorteile: zum einen, bekommt man auch einen höheren und somit größeren Eimer unter den Auslass, ohne die Toilette so hoch wie einen Thron bauen zu müssen und zum anderen muss man nicht putzen was gar nicht da ist 🙂 Wir haben uns für die neue Toilette einen großen Eimer mit einer abgeflachten Seite gekauft, der eigentlich zum Pferde füttern gedacht ist, und mit dem wir jetzt ca. eine Woche auskommen. Diesen Eimer haben wir an der flachen Seite oben etwas ausgesägt, um Platz für den TTT-Einsatz zu schaffen. Prima!

 

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Wir mussten den großen Eimer an der flachen Seite oben etwas aussägen, damit er so nah wie möglich an den TTT-Einsatz geschoben werden kann. Dies tut aber der Funktionalität keinerlei Abbruch.

Hier siehst du den Einsatz von Separett ohne die aufsteckbare Erhöhung des Trennrandes zwischen dem Fest- und dem Flüssigbereich

Und hier siehst du den Einsatz von Separett mit der aufsteckbaren Erhöhung des Trennrandes zwischen dem Fest- und dem Flüssigbereich. Dieser Aufsatz lag bei uns dem Set zum Selbstbau bei.

Durch seine flache Seite passt der große Futtereimer perfekt in unsere Konstruktion und benötigt Beutel der Größe 50-60 l. Am besten nimmst Du wasserundurchlässige Müllbeutel.

Der Einsatz von Separett hat rechts und links neben dem Urinablauf eigentlich zwei Plastikbügel, in die man den Schlauch einklicken soll. Da er damit aber nicht in unser HT-Rohr rutschen kann, haben wir diese vorab abgesägt.

Hier siehst Du unseren abnehmbaren Toilettenaufsatz mit verbautem Separett-Einsatz von unten. Damit immer alles gleich an die richtige Stelle rutscht, haben wir an den Seiten kleine Hölzer angebracht. Wenn man den Deckel gerade wieder aufsetzt, ist sofort wieder alles am richtigen Platz.

Was es noch zu Erwähnen gilt: Essig, Essig, Essig, ein schwungvolles „S“ im Ablaufschlauch und …. erwähnte ich schon Essig?


Beginnen wir am Anfang: Wir wussten es bis dahin nicht, aber nach ca. einem halben Jahr Nutzung unserer ersten TTT kam dann, was kommen musste: Mitten in der Pampa ereilt uns eine fürchterliche Verstopfung des Urinablaufes. Ablauf, Zulauf, Kanister:  Alles voll mit knochenhartem, übelriechendem Urinstein und nichts geht mehr.  Eben weil wir damals noch so gar nichts von der gar wundervollen Wirkung von Essig wissen.

In einigen wenigen Beschreibungen zur Funktionsweise der Trockentrenntoilette wird  – meist nur als kaum beachtete Randnotiz –  empfohlen, eine Sprühflasche, gefüllt mit Essigwasser neben der Toilette stehen zu haben, um dann immer etwas davon in den Urinauffang sprühen zu können.

Dies halten wir nach heutigem Wissen aber für Kontraproduktiv. Weil nun mal kein purer Essig in Essigwasser vorkommt 😉

Zunächst muss man dazu wissen, dass Urin in Verbindung mit Wasser den allerschönsten Urinstein erzeugt.  Das wollen wir auf gar keinen Fall mehr haben.  Essig allein hingegen – und hier tut es auch der absolut billigste Branntweinessig vom Discounter – sorgt dafür, dass sich kein Urinstein bilden kann. Des Weiteren kommt gar nicht erst der typische Uringeruch auf, wenn man den Tank dann leeren muss. Wir besorgen uns also besagten Essig und haben immer eine Flasche davon neben der Toilette stehen. Und sehr oft „spülen“ wir den Urinablauf mit einem guten Schluck Essig nach. Wir können dir nach einem weiteren dreiviertel Jahr mit unserer zweiten TTT diese Vorgehensweise guten Gewissens  empfehlen. Denn ein Blick ins Ablaufrohr und auch von außen auf unseren Urinkanister zeigt, dass alles blitzblank sauber bleibt. Keinerlei Ablagerungen. Und somit auch keine Verstopfungen!

 

Und….du solltest dein Ablaufrohr unbedingt in einem schön geschwungenen „S“ verlegen! Hier ist die Strecke vom Ende des HT-Rohrs bis zum Verschwinden des Schlauchs im Boden deines Fahrzeuges gemeint. Warum?

Nun, wir hatten es beim zweiten Toilettenbau am Anfang gut gemeint: In einer gerade nach unten liegenden Strecke hatten wir unseren neuen großen Schlauch nach unten bis zum Urinkanister verlegt, damit alles gaaanz schnell und einfach ablaufen kann… Nachteil: Wenn man fährt, riecht man den Inhalt des besagten Kanisters durch den Unterdruck im ganzen Wagen. Der Geruch ist durch den Essig zwar nicht mehr der typische Uringeruch, aber angenehm riecht es trotz allem nicht.

Also braucht es einen Geruchsverschluss. Den erreichst du eben durch das besagte „S“. So, dass immer etwas frischer Urin im Schlauch steht und keine Luft aus dem Kanister entweichen kann. Und schon riecht da absolut gar nichts mehr und man kann während der Fahrt wieder beruhigt das Fenster öffnen.

Wir haben nicht noch ein Loch ins Dach machen wollen – und unsere Abluft einfach direkt hinter der Toilette nach draußen geleitet. Warum das trotzdem keine gute Idee ist …?


Die Antwort darauf ist eigentlich simpel: Der kleine PC-Lüfter (wegen der Dauerbelastung kugelgelagert), der sich hinter unserem Eimer in der Außenwand befindet, schafft es nicht, gegen hier manchmal eindringende Böen anzukommen, wenn wir gegen die Windrichtung stehen. Was vorkommen kann, wenn man nicht darauf achtet. Und so treiben die Winde ganz einfach die Gerüche aus dem Eimer ins Innere des Wohnmobils. Das will keiner. Also sollte man definitiv einen Kamin für die Abluft nach oben bauen, dann hat man da seine Ruhe.

Der weitere unschöne Effekt unserer Bauweise ist der, dass man bei oben genanntem böigen Wetter einen kalten Podex bekommen kann. Auch das will keiner. 🙁

Und dann kommt auch noch das Anschließen an den „Pipitank“


Manchmal ist es schwierig, einen passenden Übergang vom Schlauch zu einem Urintank zu finden.

Wir fanden bei Fa. Teich-Filter.eu einen

32mm x G 1 1/4 Zoll AG Anschluss

der bei unserem Urintank in den bei uns obenliegenden Gewindeverschluß im dort angebrachten drehbaren Deckel mit Überwurfmutter angebracht werden konnte.

Und nicht die Entlüftung im Urintank vergessen


.. denn sonst kann es passieren, dass nichts mehr nachläuft und man wundert sich, warum das so ist, obwohl noch Platz im Urintank ist…..

Wenn Du Müllbeutel für deinen Feststoffeimer besorgst, solltest du darauf achten, dass du wasserdichte erwischst. Diese gibt es in vielen Größen.

Fazit: Wir werden die nächste TTT definitiv wieder so, wie die Zweite bauen!


In unserem nächsten Zuhause, der Black Pearl, an deren Ausbau es sehr bald gehen wird, werden wir  – bis auf die Abluft, die wir künftig nach oben legen werden – die Trockentrenntoilette wieder genau so bauen, wie die jetzige zweite, die wir aktuell im Fienchen verwenden. Denn diese funktioniert tadellos und wir können sie Dir in dieser Form definitiv empfehlen.

 

Über unseren nächsten Ausbau werden wir dich an dieser Stelle natürlich auf dem Laufenden halten. Bald geht es los 🙂 Die Spannung steigt!

 

Stay tuned

2 Comments
  • Yell Ow | Sep 12, 2019 at 18:20

    Danke für diesen Artikel. Ich habe jetzt gleich mehrere Lösungen für das Geruchsproblem.

  • Carlo Wild | Okt 25, 2019 at 14:01

    Ahoj ! – Kaiser-Natron ( oder Soda), neutralisiert alle Säuren ( ca. Ph 7 Wert => kein Geruch – test mit Lackmuspapier ), es ist sehr günstig und hat einen großen Anwendungsbereich. Eine kleine Briese und ein paar Tropfen Wasser, Oberkörper, Achseln einreiben, dann ist 24 Std. schwitzen, Schweiß gar kein Problem.
    Das beste Deo, wo gibt.

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