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Anscheinsdefekt – warum einfach manchmal zu einfach ist…

  |   Irgendwas ist doch immer, Technik

So manchem ist der Begriff der Anscheinsgefahr geläufig.  Zur Erklärung: da geht man an einer Wohnungstür vorbei und darin ruft jemand gut vernehmbar um Hilfe. Was macht man? Klar, dem Betroffenen helfen…. wenn derjenige denn nicht tatsächlich im spannenden Vormittagsprogramm des Fernsehens um Hilfe ruft. Eine klassische Anscheinsgefahr also. Wir beschreiben hier allerdings einen klassischen Anscheinsdefekt.

Was hat das aber mit unserer Rückfahrkamera zu tun?  Dazu muss ich ein wenig weiter ausholen. „Auf den letzten Drücker“ habe ich noch eine „Schaltzentrale“ ins Führerhaus gebaut, welche einige Schalter und Co, beheimatet

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Sie sieht echt stylisch aus, hat sogar die zum Fienchen perfekt passende Farbe und fügt sich somit problemlos ins historische Innenleben des Führerhauses ein. Aufnahmen für 12 V, USB, Rückfahrscheinwerfer und Raketenwerfer (roter Schalter) sind vorhanden. Die Stromzufuhr erfolgt über einen Schalter in einer Schalterleiste im Aufbau, gleich über dem Sofa.


Die Rückfahrkamera auf Abwegen…


 

Während wir also am Samstag nichtsahnend vor uns hinfahren und dabei die Rückfahrkamera eingeschaltet lassen, schaltet selbige sich plötzlich einfach so ab. Frechheit. Was fällt der ein? 😀

Was macht man also? Als erstes ärgert man sich. Das hauseigene Kopfkino entwirft sogleich unaufgefordert gar gruselige Szenarien, welche unmöglich unterwegs zu leistenden Arbeiten man alles erledigen muss, um wieder eine neue Rückfahrkamera einzubauen. Arbeit über Arbeit stapelt sich plötzlich in einer brandneuen to-do-Liste und jagt uns einen Schauer nach dem nächsten über den Rücken…


Finde den Fehler…manchmal ist es einfach zu einfach


Als nächstes geht man vermeintlich analytisch an die Sache heran und sagt sich: „Finde den Fehler“. Also, da gibt es so eine kleine Sicherung im Kabelverlauf der Rückfahrkamera, die wird bestimmt kaputt sein. Selbstverständlich ist diese Sicherung nicht leicht zugänglich und ziemlich sicher im Schaltkasten versteckt.

Also Navi abbauen, Akkuschrauber und passendes Bit mühsam unter den Sitzflächen suchen, weil die Sofas voller Sachen liegen. (Hatte ich schon erwähnt, dass wir nicht einen einzigen Haken verbaut haben, was uns am Abreisetag mit Schrecken auffällt?) Chaos pur…

Schaltkasten aufschrauben, die Sicherung nicht aus dem Sicherungshalter herausbekommen, Motzen, Zange im anderen Werkzeugkoffer suchen, lauter motzen, Sicherung herausziehen. Messgerät suchen, Sicherung durchmessen, frustriert feststellen, dass die Sicherung nicht defekt ist und noch lauter motzen, denn das lässt uns jetzt ganz gewiss auf eine nun tatsächlich defekte Kamera schließen.

Und dann kommt man irgendwann auf die glorreiche Idee, zu schauen, ob überhaupt Strom im Schaltkasten vorhanden ist, wovon man ja wie selbstverständlich ausgegangen ist. Natürlich ist der Strom aus irgendeinem Grund nicht mehr eingeschaltet, wahrscheinlich ist ein Kissen während der Fahrt gegen den Schalter über dem Sofa gekommen. WTF!??!

😀

Also bauen und räumen wir ziemlich ereichtert und voller toller neuer Erkenntnisse und Vorsätze den ganzen Kladderadatsch wieder zusammen. Es wird schon bald dämmern und wir haben noch eine ordentliche Strecke bis Wetzlar vor uns. Dennoch freuen wir uns, dass es endlich weitergehen kann. Yippieayeah…

Das war unser Anscheinsdefekt.

 


Die erste Nacht im Fienchen und ein Wiedersehen mit lieben Freunden


Unsere erste Reiseetappe führt uns  also zu Freunden in Wetzlar, wo wir auch die allererste Nacht im Fienchen verbringen. Vielen Dank für die uns erwiesene Gastfreundschaft! Als wir am nächsten Morgen nach einer für uns wirklich kalten Nacht aus dem Fienchen herausschauen, ist alles weiß und Lunchen sieht den vermutlich ersten Schnee ihres Lebens.

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Doch wir haben Hummeln im Hintern und wollen los. Also geht es trotz des Schnees weiter nach Erpolzheim, wo Luni ihre Mama Hanni wiedersehen kann. Was für eine freudige Aufregung. Wenn jemals jemand behauptet, dass Hunde keine Wiedersehensfreude empfinden können, ist er ein Lügner.

😀

Anschließend entscheiden wir uns kurzfristig, nicht, wie bislang geplant, die Route über Freiburg zu nehmen, da wir dort noch mehr Schnee erwarten, sondern entschließen uns, bei Saarbrücken nach Frankreich einzufahren, wo wir dann auch unsere zweite Nacht auf einem kleinen Parkplatz verbringen können.


Wir haben es eilig – die Kälte treibt uns vor sich her


Heute wurde Google Maps unsere weitere Routenplanung anvertraut und als Ziel Biarritz und als Option „Maut vermeiden“ eingegeben. Bislang klappt das ziemlich gut . Mittlerweile fahren wir südlich von Paris, sind soeben durch Troyen gekommen und haben schon viele Kilometer hinter uns gebracht.  Auch zwei weitere ziemlich frostige Nächte haben wir schon durchlebt und deutlich gemerkt, dass wir uns an das Leben im Fienchen erst gewöhnen müssen. Unsere Fenster sind ja aus Einfachglas und auch der Durchstieg wurde aus Zeitmangel leider noch nicht gedämmt und somit tritt trotz sehr gut gedämmter Wände verdammt viel Kälte ins Innere des Fienchens ein. Zudem müssen für uns als völlige Neulinge alle Handgriffe im Fienchen erst koordinert und choreografiert werden, doch auch das wird sich einspielen.

Wir fahren heute schon wieder seit vielen Stunden. Da jetzt mit der Dämmerung Nebel aufgezogen ist und damit das Fahren sehr anstrengend wird, entschließen wir uns spontan, in einem kleinen Örtchen ein dunkles Plätzchen zu suchen, um hier zu übernachten.

Dann werde ich heute total super bekocht, wobei wir auch gleich den Herd einweihen können. Und morgen geht es dann weiter auf unserer Reise. Momentan ist es einfach noch sehr stressig, zu groß ist das Bedürfnis, diese elendige Kälte so schnell wie möglich hinter uns zu lassen. Darum gönnen wir uns momentan noch nicht so viel Ruhe und werden irgendwie immer angeschlagener. Aber da unten im Süden soll es schön warm sein, so hat man uns berichtet. schauen wir doch mal…

🙂

Stay tuned.

Wir sagen Danke

 

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