Wasserfilter im Wohnmobil

Wasserfilter im Wohnmobil

  |   Expeditionsmobil, Steyr 680, Wohnmobil Technik   |   No comment

Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2021

Willkommen zu unserer Infoseite zum Thema Wasserfilter im Wohnmobil.

Es wird hier um die Trinkwasserbehandlung und die Installation von Trinkwasserfiltern in unserem damaligen Fernreisemobil, einem Steyr 680 gehen.

Das Wasserfilterkonzept im gegenwärtigen Expeditionsmobil, unserer Black Pearl, haben wir in diesem Beitrag beschrieben.

Ganz am Anfang stellt sich uns die Frage, wofür wir das Wasser im Wohnmobil überhaupt benutzen wollen. Hierzu gibt es verschiedene Ansätze. Manch einer nimmt es nur fürs Duschen, manch einer macht alles mit dem Wasser, manch einer filtert es, manch einer filtert es nicht.

Viele Meinungen, viele Ansätze, viele Begründungen.

Nach reiflicher Überlegung haben wir uns dafür entschieden, das Wasser in den Wassertanks im Fernreisemobil für alles zu nehmen. Also zum Abwaschen, Duschen, Zähne putzen, Kaffee kochen und vor allem auch zum Trinken. Und wir werden das Wasser filtern. Zwei Mal.

Wir werden bewusst kein Wasser aus Wasserflaschen benutzen, weil aus normalen Kunststoff-Trinkwasserflaschen der Weichmacher Bisphenol A herausgelöst werden kann und dieses Bisphenol A ist alles andere als gesund. Siehe Wikipedia.

Auch wollen wir Plastikmüll vermeiden, wo es eben geht.

Also werden wir uns anderweitig mit Trinkwasser versorgen. Dieses werden wir aus öffentlichen Bezugsquellen beziehen müssen, als da sind:

  • Wasserhähne an Tankstellen, Einkaufszentren und so weiter
  • relativ saubere Fließgewässer
  • Stauseen
  • notfalls Brunnen

Es ist also wichtig, dass wir das Wasser in Trinkwasserqualität umwandeln können, falls es bislang noch keine Trinkwasserqualität hatte.

Wir benötigen die Wasserfilter in unserem Wohnmobil zur Verbesserung der Trinkwasserqualität


Da wir auf unseren Reisen nicht sicher sein können, dass die Wasserquellen immer ausreichende Trinkwasserqualität aufweisen, müssen wir das Wasser also mittels Wasserfilter auf dieses Niveau bringen. Hierzu gibt es auf dem Markt verschiedene Filtersysteme.

Da wir das Rad nicht neu erfinden wollen / können, haben wir uns diese vorhandenen teilweise sehr hochpreisigen Filtersysteme mal angeschaut. Sie bestehen meistens aus drei Komponenten:

Grobfilter
Keramikfilter
Aktivkohlefilter

Manchmal sind diese Filter in einem Gerät kombiniert, manchmal in mehreren Geräten untergebracht.

Auf Osmoseanlagen sind wir in diesem Beitrag nicht eingegangen, da wir mehrfach gelesen haben, dass diese nur mit „städtischem Wasser“ und nicht mit „Wildwasser“ betrieben werden dürfen.

Die Wasserfilter im Wohnmobil nummer Eins sind unterhalb der Spüle verbaut.

Die Wasserfilter für die Entnahme sind hier in unserem ersten Wohnmobil direkt unter der Spüle verbaut.

Warum überhaupt Wasserfilter fürs Wohnmobil: Bakterien und Viren – ein Größenvergleich


Die meisten Bakterien weisen eine Größe von 1-10 Mikrometer (=Mikron) auf, Viren wiederum haben eine Größe von etwa 0,02 – 0,2 Mikrometer. Man würde also ein System benötigen, welches zuverlässig ab 0,02 Mikrometer filtert. So etwas gibt es aber unseres Wissens nach nicht.

Es gibt auf dem Markt Filtersysteme, so ab 0,15 Mikron aufwärts.
Gut gegen Bakterien, unzuverlässig gegen Viren.

Und so haben wir uns für ein Filtersystem entschieden, welches ab 0,3 Mikron herausfiltert.
Gut gegen Bakterien, unzuverlässig gegen Viren. Natürlich haben wir hierzu auch noch den Kostenfaktor einfließen lassen.

Unsere Wasserfilter im Wohnmobil kosten inklusive aller Folgekosten nur ein Bruchteil von Wasseraufbereitungsanlagen namhafter Hersteller. An dieser Stelle möchten wir uns gerne bei einem lieben Freund, dem Willi, bedanken, der uns bei unseren Überlegungen sehr weitergeholfen und uns schließlich den Tipp zu der von uns installierten Wasserfilteranlage gegeben hat, die wir Dir nun im Folgenden beschreiben wollen.

Trinkwasser Fernreisemobil Wasserfilter im Wohnmobil

Unser Wasserfilterkonzept im Wohnmobil – Simpel und schnell


Wie bereits erwähnt, gibt es viele verschiedene Ansätze das Trinkwasser unterwegs aufzubereiten und wir werden hier UNSEREN Ansatz vorstellen, von dem WIR mittlerweile genau wissen, dass es der FÜR UNS richtige ist. Wir können natürlich keine Gewähr dafür übernehmen, dass das auch der beste Ansatz, die beste Verfahrensweise ist.

Also: Unser Wasserkonzept sieht wie folgt aus.

Das Fremdwasser durchläuft beim Wassertanken ein in einem Kasten untergebrachtes dreistufiges Filtersystem,  erst danach gelangt es in unseren Wassertank.
Hier wird es zusätzlich durch den Zusatz von Micropur entkeimt. Auch hierzu gibt es so viele verschiedene Meinungen, wie es Reisende gibt, allerdings klappt es  bei uns auf diese Weise  schon von Beginn an sehr gut, denn unser Wasser bleibt immer stabil frisch, auch an wärmeren Tagen.
Wasser aus dem Tank durchläuft vor der Benutzung ein weiteres identisches Filtersystem, bevor es dann schließlich zu unserem Trinkwasser wird. Hierbei filtern wir das Micropur wieder heraus.

 

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Im Folgenden beschreiben wir dir genau, wie wir unseren Filterkasten zum Wassertanken gebaut haben. Im Steyr sind die Wasserfilter zum Betanken nämlich in einem externen Kasten untergebracht, damit man das ganze auch bei Bedarf an ein Fließgewässer bewegen kann, wenn man keine sehr starke Pumpe dabei hat.

Das haben wir im Folgefahrzeug, unserer Black Pearl, anders gelöst. Hier haben wir den „Betankungsfilter“ im Fahrzeug integriert und nutzen bei Bedarf eine starke 230V – Kärcher-Pumpe, um aus externen Wasserquellen Wasser zuzuführen.

Die Wasserfilter zum Betanken unseres ersten Wohnmobiles sind sicher in dieser Kiste untergebracht

Der externe Wasserfilterkasten zur Tankbefüllung


Beim externen Wasserkasten handelt es sich um einen einfachen, recht großen Kunststoffksten mit Deckel und Griffen, den wir in unserem Steyr unter der Sitzbank verstauen können. Der Hersteller des Kastens ist  Fa. Auer.

 

 

In diesem Koffer befinden sich alle Zubehörteile für die Wasseraufnahme mit Ausnahme einer externen Pumpe und eines Akkupacks, welche wir gesondert lagern. Aufgeklappt sieht dieser Koffer so aus:

Die Wasserfilter zum Betanken unserer Wasserkanister im Wohnmobil

Die Wasserfilter zum Betanken unserer Wasserkanister im Wohnmobil, hier aufgeklappt.

Der Inhalt unseres Filterkastens


Der Inhalt dieses Filterkastens sieht dann wie folgt aus: An einer Seitenwand ist die Filteranlage selbst so angeschraubt, dass sie zum Filterwechsel entnommen werden kann.

 

Wir verwenden sowohl im ersten als auch aktuell im neuen Fahrzeug die Trinkwasserschläuche von Lilie in der jeweiligen Version für Kalt- und Warmwasser.

Im Steyr nutzen wir die Schläuche für den Filterkasten in den Längen von 10m, 5m, 2,5m und 1,0m. Diese besonderen Schläuche sind unserer bisherigen Erfahrung nach sehr haltbar und vom Biegeverhalten her gut handhabbar. Dies ist für uns wichtig, um sie problemlos in der Wasserkastenbox zu verstauen.

 

 

 

Des Weiteren findet sich in unserer Box natürlich auch Platz für notwendige Adapterstücke, den unentbehrlichen „Wasserdieb“ klein und groß, sowie sonstige Anschlussstücke.

 

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Der vollständige Kasten mit den Wasserfiltern und Schläuchen für unser Wohnmobil
Wasserfilter im Wohnmobil
Wasserfilter im Wohnmobil

Das Filtersystem im externen Wasserfilterkasten fürs Wohnmobil


Das Wasserfiltersystem in der Filterbox besteht aus dem Filtergehäuse, drei 10 Zoll Behältern und 3/4 Zoll Anschluss, welches mit je einem

  • Grobfilter,
  • Keramikfilter
  • Aktivkohlefilter

bestückt wird. Die Reihenfolge der Filter in Flussrichtung des Wassers lautet wie folgt: Zuerst der Grobfilter, dann der Keramikfilter, zuletzt der Aktivkohlefilter.

Wir haben den Filterhalter an den Kunststoffkoffer angeschraubt, so dass die montierten Filter auf dem Boden aufstehen und nicht in der Halterung herumwackeln. Dadurch müssen wir bei jedem Filterwechsel vier Schrauben lösen, um den Filterhalter abzunehmen.

An dem Filterhalter haben wir beim  Einlass und beim Auslass (ist mit „in“ und „out“ gekennzeichnet) jeweils eine 3/4 Zoll auf 3/4 Zoll Verbindung angebracht. Hierauf wird ein Winkelteil angeschraubt, welches in einem ebenfalls am Kasten angebrachten Gardena-Regulierventil endet. Dadurch können wir die Filteranlage verschließen. TIPP: zum Abdichten eignet sich  auch hier ganz hervorragend das Loctite 5331, welches wir im Ausbaubericht zur Trinkwasseranlage in unserem neuen Wohnmobil, der Black Pearl genauer beschreiben.

 

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Der Wasserzulauf an fließendem Gewässer mit Pumpe und Powerbank


Wir nutzen unterwegs zum Wassertanken meistens irgendwelche Trinkwasserhähne, die es an vielen Tankstellen oder Einkaufsmärkten oder Stellplätzen gibt.

Immer jedoch GANZ WICHTIG  mit eigenem Equipment! Also eigenes Anschlussstück, eigener Schlauch und so, denn man weiß ja nie, was andere Zeitgenossen mit eventuell vorhandenen Schläuchen angestellt haben. Und Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste.

Wenn dann aber doch einmal kein Wasserhahn vorhanden ist, können wir auch Fließwasser aus sauberen Bächen oder sauberes Stauseewasser zum Tanken nutzen. Dafür benötigen wir dann noch eine externe Pumpe und eine externe 12 V Powerbank um diese Pumpe betreiben zu können.

 

Die mobile Pumpe


 

Bei der Pumpe haben wir uns für ein Modell von Jabsco entschieden, da es augenscheinlich etwas besser gegen Feuchtigkeit geschützt scheint.

 

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Diese Pumpe benötigt ja auch Strom und so haben wir hierfür eine Powerbank angeschafft. Sie hat sowohl 12 V Eingangsspannung, als auch 12 V Ausgangsspannung. Diese Powerbank können wir am 12 V Netz aufladen und sie mit der Pumpe zusammen mit zum Ufer nehmen. Noch dazu können wir hiermit auch die Betriebsdauer von unserem externen Router, Handy, iPad usw. verlängern, wenn wir sie gerade nicht zum Pumpen brauchen. Praktisch.

 

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Gemäß den Gerätedaten kann hier zwar nur max. 2 A fließen, aber es reicht aus, um mit der oben benannten Pumpe 4 Kanister zu je 30 Liter zu füllen (danach war die Powerbank noch nicht leer, aber wir hatten nur 4 leere Kanister zu füllen)

Wasserfilter im Wohnmobil: Hier die Bauteile um auich aus Seen und Flüssen wasser aufnehmen zu können
Wasser tanken mit unseren Wasserfiltern klappt mit der kleinen Pumpe prima. Und schon haben wir wieder Wasser im Wohnmobil.

Wasserlauf von der Pumpe in die Tanks


Durch die Pumpe wird der entsprechende Druck zur Verfügung gestellt, damit das aufgenommene Wasser das Filtersystem durchlaufen und anschließend in die Kanister / den Wassertank gepumpt werden kann. Ist das Wasser zu weit vom Fahrzeug entfernt, kommt außerdem die bordeigene Sackkarre ins Spiel, um die Wasserkanister zum Fahrzeug zu transportieren.

Die Wasserkanister in unserem ersten Wohnmobil


In unserem ersten Wohnmobil, einem alten Schweizer Steyr 680, entscheiden wir uns 2017 gegen große Tanks. Wir denken uns zu dieser Zeit noch ein Problem der Undichtigkeit bei den Entlüftungen, wenn man mal schräg steht bzw. bergauf- oder herunter fährt herbei. Darum kaufen wir Kanister, die unter der Sitzbank ihren Platz finden. BPA-freie Polyethylen-Kanister.

Wir bringen 6 Kanister a 30 Liter auf der linken Fahrzeugseite unter der Sitzbank unter. Wenn einer leer ist, „stöpseln wir um“. Am Anfang finden wir das noch nicht lästig, später dann schon.

Wassertanks unter dem Sofa sind zum Wassertanken eher suboptimal.

Zu dieser Zeit kommen wir mit den 180 Litern in den Kanistern ungefähr 14 Tage aus. Zum länger autark in der Pampa stehen, ohne extra zum Tanken losfahren zu müssen, ist das definitiv zu wenig. Für das Nachfolgende Fahrzeug entschließen wir uns aus dieser Erfahrung heraus zu einer wesentlich größeren Tankkapazität.

Wasserfilter im Wohnmobil – Der Weg des Wassers im Steyr 680 – kurz erklärt


Normalerweise stehen wir mit unserem Wohnmobil aber nicht so weit von einem Wasserhahn entfernt, dass wir die Wasserkanister herausheben müssen, sondern im Fahrzeug belassen können. Beim Tankvorgang kommt das Wasser mittels Schlauch von der externen Wasserfilterkiste durch die Tür oder durch das Fenster und füllt die bordeigenen Kanister auf.

Wenn dieser Betankungsprozess abgeschlossen ist, werden die Kanister mit den normalen Deckeln verschlossen, damit nichts „überschwappen kann“, wenn wir weiterfahren. Am nächsten Übernachtungsplatz angekommen wird jetzt zum Beispiel vom ersten Kanister der Deckel gegen einen Deckel mit Loch ausgetauscht, durch welchen der Ansaugschlauch für die fahrzeuginterne Wasserverteilung hindurchgeschoben wird.

Wasserfilter im Wohnmobil: Mit diesem Deckel haben wir in unserem ersten Wohnmobil aus den Kanistern Wasser entnommen

Das Trinkwasser gelangt also zunächst aus dem Wasserkanister 1 wie im unten stehenden Schaubild dargestellt durch den Vorfilter der Pumpe (um eventuell kleine Steinchen fernzuhalten, die die Pumpenmembran beschädigen könnten) zur Pumpe selbst.

Wenn jetzt Kanister 1 leer ist, wird der Ansaugschlauch einfach in Kanister 2 usw. eingeführt, also wie oben benannt „umgestöpselt“ und das Wasser kann wieder fließen.

Wasserfilter im Wohnmobil. Die Wasseranlage im Steyr ist noch ziemlich einfach angelegt.

Die Pumpe pumpt das Wasser dann durch den Wasserfilter. Direkt hinter dem Wasserfilter unter der Spüle im Wohnmobil befindet sich ein Druckminderer, welcher auf 2 bar eingestellt ist. Das Wasser wird jetzt verteilt auf Kaltwasser und Warmwasser.

In der Warmwasserleitung schließt jetzt ein Boiler an, der mit maximal 2 bar Druck betrieben werden darf (dafür der Druckminderer). Nun führen beide Leitungen zum Warmwasseranschluss bzw. Kaltwasseranschluss des Wasserhahns in der Küche.

Die Pumpe


Die Pumpe, die wir verwenden, ist eine Membranpumpe SHURflo LS4144 12V mit davorgeschaltetem Grobfilter, um ebenjene nicht zu beschädigen, falls doch mal kleine Steinchen im Wasserkanister sein sollten. Beides kaufen wir bei Fa Prevent.

Der Wasserfilter im Wohnmobil zur Entnahme aus den Wassertanks


Die Wasserfilter zur Entnahme aus den Wassertanks, sind mit dem beschriebenen Betankungsfilter baugleich. Sie bestehen aus dem Gehäuse*, drei 10 Zoll Behältern und 3/4 Zoll Anschluss, welche mit

Grobfilter*,
Keramikfilter* und
Aktivkohlefilter*
bestückt sind.

Die Reihenfolge der Filter ist ebenfalls identisch: Zuerst der Grobfilter, dann der Keramikfilter, zuletzt der Aktivkohlefilter.

Wir haben den Filterhalter in den Küchenschrank unterhalb der Spüle montiert. Die Filter stehen auf Hölzern fest auf, damit sie nicht in der Halterung herumwackeln. Darum müssen wir bei jedem Filterwechsel zunächst die vier Hölzer herausziehen, um den Filterhalter zu öffnen.

An dem Filterhalter haben wir beim Einlass und beim Auslass (ist mit „in“ und „out“ gekennzeichnet) jeweils eine 3/4 Zoll auf 3/4 Zoll Winkelverbindung angebracht.

Die Wasserfilter im Wohnmobil nummer Eins sind unterhalb der Spüle verbaut.

Direkt hieran ist der Druckminderer montiert.

Der Druckminderer


Unser Boiler ist für einen maximalen Betriebsdruck von 3 bar ausgelegt, weshalb wir einen Druckminderer  nach der Filteranlage benötigen. Der Hersteller des Boilers, Fa. Elgena rät jedoch dazu, max. 2 bar Druck anzulegen. Da für uns nicht abschätzbar ist, wieviel Druckverlust wir durch den Wasserfilter haben werden, entscheiden wir uns für unsere Pumpe mit 3 bar um den Druck schließlich wieder herunterzuregeln.
Auf dem Druckminderer ist deutlich ein Pfeil für die Durchflussrichtung des Wassers angegeben. Und wenn man ihn denn auch noch richtig herum einbaut, dann funktioniert er auch tadellos. Wenn man ihn, wie ich am Anfang, falsch herum einbaut, ist man fast am Verzweifeln, weil er nicht das tut, was er soll, nämlich druckmindern. Bis Lyggie irgendwann auf des Rätsels Lösung kommt. Danach ist dann alles gut.  😀

Zusammenbau von Wasserfilter und Druckminderer


Zunächst einmal bin ich froh, dass ich wenige Wochen zuvor zufälligerweise 😀 zwei komplette Maul- und Ringschlüsselsätze gekauft habe, denn bei den folgenden Arbeiten brauchen wir verschiedene Schlüsselgrößen (22, 25, 27, 30) und die sind ja nun nicht in jedem gekauften Werkzeugkasten (den wir zudem gar nicht besitzen) vorhanden.

Wasserfilter im Wohnmobil: Montagewerkzeug

Die Verschraubungen der einzelnen Elemente werden zunächst mit Teflonband abgedichtet, auf Anraten eines lieben Menschen jedoch wieder demontiert und vernünftig mit Hanf und Dichtpaste gedichtet, was den Vorteil hat, dass es auch kleine Verdrehungen, die wir beim Fahren natürlich nie ganz ausschließen können, verzeihen wird. Und sollte doch mal ein Tropfen durchkommen, wird er den Hanf aufquellen und dadurch die Verbindung wieder abdichten.

Hier noch ein kleiner Tip. Es gibt „glattes“ Gewinde wie auf dem folgendem Bild links und „geriffeltes“ Gewinde, wie auf dem Bild rechts.

Wasserfilter im Wohnmobil: Geriffelte und ungeriffelte Verbindungsteile

Wenn der Hanf jetzt nicht richtig am Gewinde hält und sich mitdreht, kann man hier leicht für Abhilfe sorgen, indem man die Gewindegänge, wie im folgenden kurzen Video gezeigt, mittels einer Metallsäge aufrauht.

 

Tipp aus dem zweiten Ausbau: Es geht allerdings auch wesentlich einfacher und instant dicht mit Loctite 5331

 

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Der Boiler


Beim Boiler haben wir lange hin- und herüberlegt, für welches Konzept wir uns entscheiden sollen. Manche Selbstausbauer binden die Motorkühlwasserwärme mit ein, manche bauen einen Wärmetauscher an den Holzofen. Manche betreiben den Boiler mit Gas oder Diesel.

Das alles scheint uns zu viele Nachteile zu beinhalten. Wenn wir mehrere Tage an einem Ort stehen, wollen wir ja nicht erst den Motor anmachen, um warmes Wasser zu bekommen. Ebenso verhält es sich beim Ofenwärmetauscher. Auch bei 30 Grad braucht man mal warmes Wasser und möchte nicht unbedingt vorher einheizen. Und wenn man lange irgendwo steht – und das spricht gegen das Gas- bzw. Dieselkonzept – ist irgendwann der Tank, bzw. die Gasflasche leer.

Also haben wir uns überlegt, dass wir auf Strom setzen werden. Wir haben im Steyr 680 550W auf dem Dach und eine 200 AH LiFePo4-Batterie an Bord, das reicht. Manchmal zwar knapp, aber es reicht. Ein Elektroboiler soll es also sein. Einer, der mit 12V / 200W und mit 230V / 660W betrieben werden kann. 200W zum halten der Temperatur und 660W über Wechselrichter zum schnelleren Aufheizen z.B. nach dem Duschen.Es wird ein Elgena Nautic Therm Typ EE, der beide Stromanschlussmöglichkeiten bietet.

Wasserfilter im Wohnmobil : der Boiler

Hier die Typenschilder:


Trinkwasser im Fernreisemobil drei
Trinkwasser im Fernreisemobil drei

Wir haben den Nautic Therm EE in der 10-Liter-Ausführung nach fundierter Beratung direkt bei Firma Elgena geordert und sogar noch einen Messepreis erhalten können.

Die Haltbarmachung des Wassers


Manchmal hört man Stimmen, die andeuten, dass wir total übertrieben handeln. Doch wir sind lieber auf „der sicheren Seite“, denn ein verkorkster Magen wegen schlechten Trinkwassers ist bestimmt nicht so toll.

Darum kommt in unsere Wasserkanister auch Micropur Classic hinein, welches ja dann bei der Wasserentnahme wieder im zweiten Wasserfilter ausgefiltert wird.

 

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Zum Abwiegen benutzen wir unsere Feinwaage, in den 20-Liter-Kanister kommen 0,2 g, in den 30-Liter-Kanister kommen 0,3 Gramm  Micropur hinein. Das heisst, eine 100 Gramm-Dose-Micropur reicht wir für etwa 10.000 Liter, oder 333 Kanisterfüllungen a 30 Liter.

FAQs – Fragen und Antworten


Wir leben jetzt seit Dezember 2017 sowohl im ersten als auch im neuen Fahrzeug mit diesem Wasserkonzept. Und möchten Euch hier unsere Erfahrungen weitergeben.

 

Frage: Würdet ihr wieder diese Wasserkanister nutzen?

Antwort: Nein, beim nächsten Fahrzeug nutzen wir zwei große Wassertanks je 250 Liter. Außerdem gibt es nun endlich eine Befüllmöglichkeit von außen.

 

Frage: Würdet ihr wieder diese Wasserfiltersystem nutzen?

Antwort: Ja, absolut. Wir sind damit total zufrieden. Durch diese zweifache Filterung und die Entkeimung mittels Micropur trinken wir unser Wasser ohne Vorbehalt. Wir haben auch festgestellt, dass es stets immer gleich schmeckt, egal woher wir das Wasser beziehen. Das sagt uns, dass immer die gleiche Qualität vorhanden ist.

 

Frage: Wie oft müsst ihr die Wasserfilter wechseln?

Antwort: Den Grobfilter und den Aktivkohlefilter soll man nach Herstellerangaben nach maximal 6 Monaten wechseln. Wir wechseln nach 3 Monaten. Das ist vom Preis her absolut okay und fühlt sich noch besser an.

„Der Keramikfilter wird nur ausgewaschen und mit einer Handbürste gründlich saubergebürstet.“  So steht es in den Herstellerangaben. Soweit die Theorie. Vor wenigen Wochen merkten wir beim Frischwassertanken, dass sich die Durchflussmenge fast gegen Null reduziert hatte. Eine Fehlersuche ergab, dass sich der Keramikfilter zugesetzt hatte. Kein Problem, dachten wir, dann nehmen wir unseren Ersatzfilter:

 

 

 

 

 

 

Doch dieser ist auf unseren Wegstrecken leider zerbrochen. Also machen wir uns daran und schaben die äußere Keramikschicht des zugesetzten Keramikfilters mit einem Messer ab, bis der Filter farblich wieder ganz hell ist.  Das klappt ganz ausgezeichnet und jetzt läuft das Wasser wieder problemlos hindurch.

Wie ist das mit dem Strom?


 

Frage: Wie ist das mit dem Warmwasser? Habt ihr dafür genug Strom?

Antwort: Strom ist knapp. Gerade um die Wintersonnenwende herum, wenn die Sonne sehr tief steht, ist man froh um jeden Strömling, welcher vorbeikommt.

Wir betreiben hauptsächlich unseren Kühl-/Gefrierkombination und unsere Laptops, sowie die Akkus von Kameras und Leuchten mit Strom. Da geht schon eine Menge Strom drauf. Und da wir nicht auf stromversorgten Plätzen, sondern mitten in der Botanik stehen, können wir Strom auch nur über die Solaranlage und gegebenenfalls fahrend über das Batterieladegerät oder über unseren Moppel beziehen. Hier möchte ich gerne auf unseren Beitrag Stromkonzept im Steyr 680  verweisen, wo wir unsere Stromanlage im Einzelnen vorstellen. Im neuen Expeditionsmobil, der Black Pearl haben wir ein ähnliches, aber deutlich „aufgebohrtes“ Stromkonzept installiert.

Nun ja – wir müssen es ehrlich zugeben, in den Wochen mit wenig Sonnenlichteinfall und der damit verbundenen geringen Stromleistung haben wir im Steyr unseren Boiler nicht betrieben. Vielleicht wären wir strommäßig hingekommen, jedoch fehlten uns die Erfahrungswerte. Und da haben wir lieber auf das warme Wasser verzichtet. An Tagen mit vollem Sonnenschein, so ab Mitte Januar konnten wir den Boiler nutzen (und ihn aber wieder abschalten, wenn mehrere Tage schlechtes Wetter avisiert war). Und im Sommer wird es überhaupt kein Problem geben.

Da unser nächstes Fahrzeug erheblich mehr Solarleistung und erheblich mehr Batteriekapazität hat,  wird der Boiler hier aber auch im Winter betrieben, hier haben wir allerdings auch ein Kombigerät, was mit der Luftheizung und Strom betrieben werden kann.

Komplette Teileliste für den Nachbau unseres Wasserkonzeptes


Wer jetzt den obigen Bericht zum Thema Trinkwasser im Wohnmobil gelesen hat, ist ja möglicherweise auf die Idee gekommen, etwas hiervon für seinen eigenen Ausbau zu verwenden.

Wir möchten an dieser Stelle die etwaige Suche nach den Einzelteilen etwas erleichtern. Deshalb sind hier auf dieser Seite ausschließlich Links zu den entsprechenden Produkten angegeben worden.

Nun wünschen wir viel Spass und Erfolg beim Nachbau. Sollten Fragen auftauchen könnt ihr Euch natürlich sehr gerne an uns wenden, wir werden umgehend versuchen, sie zu beantworten.

Viele Grüße

Lyggie und Meli

 

 



Die Wasserfilterkiste



Filtergehäuse,


Grobfilter,


Keramikfilter


Aktivkohlefilter


Zum Absperren des Wasserfilters 2 x Kupplung mit Regulierventil


und 2 x Schlauchverbinder


Trinkwasserschlauch insgesamt 20m, gestückelt in 10m, 5m, 2,5m, 1m und Verbindungsstücke

 

 


Zum Verbinden der Schläuche 4 x Kupplungssatz


Adapterstücke


Wasserdieb klein


Wasserdieb groß


5 Fach Adapter für Wasserhähne


Pumpe


Akku / Powerbank


Im Fahrzeuginneren: Pumpe

Membranpumpe SHURflo LS4144 12V mit davorgeschaltetem Grobfilter,


Im Fahrzeuginneren: Wasserfilter

Ist identisch mit dem externen Wasserfilter


Druckminderer

Druckminderer


Warmwasserboiler

Nautic Therm EE in der 10-Liter-Ausführung


Haltbarmachung des Wassers: Micropur Classic


Feinwaage


Benutztes Werkzeug: Ring/Maulschlüsselsätze

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