Trinkwasser im Wohnmobil 3 – Der Wasserlauf im Wohnmobil

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Nachdem wir im ersten Teil dieser Beitragsserie Vorüberlegungen grundsätzlicher Art an- und im zweiten Teil unseren externen Wasserkasten vorgestellt haben, geht es im dritten Teil um den Umgang mit dem Trinkwasser im Wohnmobil selbst.

Im Fienchen selbst haben wir uns gegen große Tanks entschieden. Wir sahen damals das Problem der Undichtigkeit bei den Entlüftungen, wenn man mal schrägsteht bzw. bergauf- oder herunterfährt. Darum haben wir Kanister angeschafft. BPA-freie Polyethylen-Kanister.

Wir haben 6 Kanister a 30 Liter auf der linken Fahrzeugseite und 2 Kanister a 20 Liter auf der rechten Fahrzeugseite unter den Sitzbänken untergebracht. Allerdings nutzen wir lediglich die 6 x 30l Kanister und heben uns die 2 x 20l als eiserne Reserve auf.

Da wir einen Tagesverbrauch um die 12-15 Liter haben (ohne Duschen) kann sich jeder selbst ausrechnen, wie lange wir mit dem Wasservorrat hinkommen.

[Update:] Beim nächsten Fahrzeug werden wir uns aber große Wassertanks mit einer Gesamtkapazität von 300-500 l zulegen.

Der Weg des Wassers – kurz erklärt


Das Wasser kommt also mittels Schlauch von der externen Wasserfilterkiste kommend durch die Tür oder durchs Fenster und füllt die bordeigenen Kanister auf.

Wenn dieser Betankungsprozess abgeschlossen ist, werden die Kanister mit den normalen Deckeln verschlossen, damit nichts „überschwappen kann“, während wir zum nächsten Übernachtungsplatz fahren. Hier wird jetzt z.B. vom ersten Kanister der Deckel gegen einen Deckel mit Loch ausgetauscht, durch welchen der Ansaugschlauch für die fahrzeuginterne Wasserverteilung hindurchreicht.

Das Trinkwasser gelangt also zunächst aus dem Wasserkanister 1 wie im unten stehenden Schaubild dargestellt durch den Vorfilter der Pumpe (um eventuell kleine Steinchen fernzuhalten, die die Pumpenmembran beschädigen könnten) zur Pumpe selbst.

Wenn jetzt Kanister 1 leer ist, wird der Ansaugschlauch einfach in Kanister 2 usw. eingeführt und das Wasser kann wieder fließen.

Die Pumpe pumpt das Wasser dann durch den Wasserfilter. Direkt hinter dem Wasserfilter befindet sich ein Druckminderer, welcher auf 2 bar eingestellt ist. Das Wasser wird jetzt verteilt auf Kaltwasser und Warmwasser.

In der Warmwasserleitung ist jetzt ein Boiler eingeschleift, der mit maximal 2 bar Druck betrieben werden darf (dafür der Druckminderer).

Nun führen beide Leitungen zum Warmwasseranschluß bzw. Kaltwasseranschluß des Wasserhahns in der Küche. Hieran kann bei Bedarf ein Adapterstück angeschlossen werden, um die Dusche zu betreiben. Auch durch das Küchenfenster hinausgelegt außerhalb des Fahrzeuges.

Die Pumpe


Die Pumpe, eine Membranpumpe SHURflo LS4144 12V mit davorgeschaltetem Grobfilter, um ebenjene nicht zu beschädigen, falls doch mal kleine Steinchen im Wasserkanister sein sollten. Beides kaufen wir bei Fa Prevent.

Der Wasserfilter


Es besteht aus dem Gehäuse*, drei 10 Zoll Behältern und 3/4 Zoll Anschluss, welches mit

Grobfilter*,
Keramikfilter* und
Aktivkohlefilter*
bestückt wird.

Die Reihenfolge der Filter lautet wie oben: Zuerst der Grobfilter, dann der Keramikfilter, zuletzt der Aktivkohlefilter.

Wir haben den Filterhalter in den Küchenschrank unterhalb der Spüle montiert. Die Filter stehen auf Hölzern fest auf, damit sie nicht in der Halterung herumwackeln. Darum müssen wir bei jedem Filterwechsel zunächst die vier Hölzer herausziehen, um den Filterhalter zu öffnen.

An dem Filterhalter haben wir auf der Einlassseite und an der Auslassseite (ist mit „in“ und „out“ gekennzeichnet) jeweils eine 3/4 Zoll auf 3/4 Zoll Winkelverbindung angebracht.

Direkt hieran ist der Druckminderer montiert.

Der Druckminderer


Der Druckminderer*. Unser Boiler ist für einen maximalen Betriebsdruck von 3 bar ausgelegt. Der Hersteller, Fa. Elgena rät jedoch dazu, max. 2 bar Druck anzulegen. Da für uns nicht abschätzbar ist, wieviel Druckverlust wir durch den Wasserfilter haben werden, entscheiden wir uns für unsere Pumpe mit 3 bar um den Druck schließlich wieder herunterzuregeln.
Auf dem Druckminderer ist deutlich ein Pfeil für die Durchflussrichtung des Wassers angegeben. Und wenn man ihn denn auch noch richtig herum einbaut, dann funktioniert er auch tadellos. Wenn man ihn, wie ich am Anfang, falsch herum einbaut, ist man fast am Verzweifeln, weil er nicht das tut, was er soll, nämlich druckmindern. Bis Lyggie irgendwann auf des Rätsels Lösung kommt. Danach ist dann alles gut.

Zusammenbau von Wasserfilter und Druckminderer


Zunächst einmal bin ich froh, dass ich wenige Wochen zuvor zwei komplette Maul- und Ringschlüsselsätze gekauft habe, denn bei den folgenden Arbeiten brauchen wir verschiedene Schlüsselgrößen (22, 25, 27, 30) und die sind ja nun nicht in jedem gekauften Werkzeugkasten (den wir zudem gar nicht besitzen) vorhanden.

Die Verschraubungen der einzelnen Elemente werden zunächst mit Teflonband abgedichtet, auf anraten eines lieben Menschens jedoch wieder demontiert und vernünftig mit Hanf und Dichtpaste gedichtet, was den Vorteil hat, dass es auch kleine Verdrehungen, die wir beim Fahren natürlich nie ganz ausschließen können, verzeihen wird. Und sollte doch mal ein Tropfen durchkommen, wird er den Hanf aufquellen und dadurch die Verbindung wieder abdichten.

Hier noch ein kleiner Tip. Es gibt „glattes“ Gewinde wie auf dem folgendem Bild links und „geriffeltes“ Gewinde, wie auf dem Bild rechts.

Wenn der Hanf jetzt nicht richtig am Gewinde hält und sich mitdreht, kann man hier leicht für Abhilfe sorgen, indem man die Gewindegänge, wie im folgenden kurzen Video gezeigt, mittels einer Metallsäge aufrauht.

Der Boiler


Beim Boiler haben wir lange hin- und herüberlegt, für welches Konzept wir uns entscheiden sollen. Manche binden die Motorkühlwasserwärme mit ein, manche bauen einen Wärmetauscher an den Holzofen. Manche betreiben den Boiler mit Gas oder Diesel. Das alles scheint uns zu viele Nachteile zu beinhalten. Wenn wir mehrere Tage an einem Ort stehen, wollen wir ja nicht erst den Motor anmachen, um warmes Wasser zu bekommen. Ebenso verhält es sich beim Ofenwärmetauscher. Auch bei 30 Grad braucht man mal warmes Wasser und möchte nicht unbedingt vorher einheizen. Und wenn man lange irgendwo steht – und das spricht gegen das Gas- bzw. Dieselkonzept – ist irgendwann der Tank, bzw. die Gasflasche leer. Also haben wir uns überlegt, dass wir auf Strom setzen werden. Wir haben 550W auf dem Dach und eine 200 AH LiFePo4-Batterie an Bord, das reicht. Manchmal zwar knapp, aber es reicht. Ein Elektroboiler soll es also sein. Einer, der mit 12V / 200W und mit 230V / 660W betrieben werden kann. 200W zum halten der Temperatur und 660W über Wechselrichter zum schnelleren Aufheizen z.B. nach dem Duschen.Es wird ein Elgena Nautic Therm Typ EE, der beide Stromanschlussmöglichkeiten bietet.

Hier die Typenschilder:

Wir haben den Nautic Therm EE in der 10-Liter-Ausführung nach fundierter Beratung direkt bei Fa. Elgena geordert und sogar noch einen Messepreis erhalten können.

Haltbarmachung des Wassers


Manchmal hört man Stimmen, die andeuten, dass wir total übertrieben handeln. Doch wir sind lieber auf „der sicheren Seite“, denn ein verkorkster Magen wegen schlechten Trinkwassers ist bestimmt nicht so toll.

Darum kommt in unsere Wasserkanister auch Micropur Classic hinein, welches ja dann beim Wasserverbrauch wieder im Wasserfilter ausgefiltert wird. Zum Abwiegen benutzen wir unsere günstige  Feinwaage, in den 20-Liter-Kanister kommen 0,2 g, in den 30-Liter-Kanister kommen 0,3 g Micropur hinein. Das heisst, eine 100g-Dose-Micropur reicht wir für etwa 10.000 Liter, oder 333 Kanisterfüllungen a 30 Liter.

FAQs


Wir leben jetzt (Stand Januar 2019) seit über einem Jahr mit diesem Wasserkonzept. Und möchten Euch hier unsere Erfahrungen weitergeben.

 

Frage: Würdet ihr wieder diese Wasserkanister nutzen?

Antwort: Nein, beim nächsten Fahrzeug werden wir große Wasserbehälter in der Dimensionierung 300-500 Liter benutzen. Außerdem werden wir eine Befüllmöglichkeit von außen vorsehen (mit Überlauf)

 

Frage: Würdet ihr wieder diese Wasserfiltersystem nutzen?

Antwort: Ja, absolut. Wir sind damit total zufrieden. Durch diese zweifache Filterung und die Entkeimung mittels Micropur trinken wir unser Wasser ohne Vorbehalt. Wir haben auch festgestellt, dass es stets immer gleich schmeckt, egal woher wir das Wasser beziehen. Das sagt uns, dass immer die gleiche Qualität vorhanden ist.

 

Frage: Wie oft müsst ihr die Wasserfilter wechseln?

Antwort: Den Grobfilter und den Aktivkohlefilter soll man nach Herstellerangaben nach maximal 6 Monaten wechseln. Wir wechseln nach 3 Monaten. Das ist vom Preis her absolut okay und fühlt sich noch besser an.

Der Keramikfilter wird nur ausgewaschen und mit einer Handbürste gründlich saubergebürstet. So steht´s in der Anleitung. Soweit die Theorie. Vor wenigen Wochen merkten wir beim Frischwasserholen, dass sich die Durchflussmenge fast gegen Null reduziert hatte. Eine Fehlersuche ergab, dass sich der Keramikfilter zugesetzt hatte. Kein Problem, dachten wir, dann nehmen wir unseren Ersatzfilter:

 

 

 

doch dieser war wahrscheinlich auf unseren Wegstrecken zerbrochen. Also machten wir uns daran und schabten die äußere Keramikschicht mit einem Messer ab, bis der Filter farblich wieder ganz hell war. Jetzt läuft das Wasser wieder hindurch.

 

Frage: Wie ist das mit dem Warmwasser? Habt ihr dafür genug Strom?

Antwort: Strom ist knapp. Gerade um die Wintersonnenwende herum, wenn die Sonne sehr tief steht, ist man froh um jedes Amperchen, welches reinpurzelt.

Wir betreiben hauptsächlich unseren Kühl-/Gefrierkombination und unsere Laptops, sowie die Akkus von Kameras und Leuchten mit Strom. Da geht schon eine Menge Strom bei drauf. Und da wir nicht auf stromversorgten Plätzen, sonder mitten in der Botanik stehen, können wir Strom auch nur über die Solaranlage und gegebenenfalls fahrend über das Batterieladegerät oder über unseren Moppel beziehen. Hier möchte ich gerne auf unsere Reihe zum Strom  verweisen, wo wir unsere Stromanlage im Einzelnen vorstellen.

Nun ja – wir müssen es ehrlich zugeben, in den Wochen mit wenig Sonnenlichteinfall und der damit verbundenen geringen Stromleistung haben wir unseren Boiler nicht betrieben. Vielleicht wären wir strommäßig hingekommen, jedoch fehlten uns die Erfahrungswerte. Und da haben wir lieber auf das warme Wasser verzichtet. An Tagen mit vollem Sonnenschein, so ab Mitte Januar konnten wir den Boiler nutzen (und ihn aber wieder abschalten, wenn mehrere Tage schlechtes Wetter avisiert war). Und im Sommer wird es überhaupt kein Problem geben.

Da unser nächstes Fahrzeug erheblich mehr Solarleistung und erheblich mehr Batteriekapazität haben wird, denken wir, dass wir dann den Boiler auch im Winter werden betreiben können.


Im Vierten Teil dieser Beitragsserie werden wir noch einmal eine komplette Teileliste zur Verfügung stellen

 

Stay tuned….. es bleibt spannend

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