Trinkwasser im Fernreisemobil Teil drei – Der Wasserlauf im Fernreisemobil

  |   Allgemein

Trinkwasser im Fernreisemobil Teil drei: Die Wasserkanister in unserem ersten Fernreisemobil


In unserem ersten Fahrzeug, einem alten Schweizer Steyr 680, entscheiden wir uns 2017 gegen große Tanks. Wir denken uns zu dieser Zeit noch ein Problem der Undichtigkeit bei den Entlüftungen, wenn man mal schräg steht bzw. bergauf- oder herunter fährt herbei. Darum kaufen wir Kanister, die unter der Sitzbank ihren Platz finden. BPA-freie Polyethylen-Kanister.

Wir bringen 6 Kanister a 30 Liter auf der linken Fahrzeugseite unter der Sitzbank unter. Wenn einer leer ist, „stöpseln wir um“. Am Anfang finden wir das noch nicht lästig, später dann schon.

Trinkwasser im Fernreisemobil drei

Zu dieser Zeit kommen wir mit den 180 Litern in den Kanistern ungefähr 14 Tage aus. Zum länger autark in der Pampa stehen, ohne extra zum Tanken losfahren zu müssen, ist das definitiv zu wenig. Für das Nachfolgende Fahrzeug entschließen wir uns aus dieser Erfahrung heraus zu einer wesentlich größeren Tankkapazität.

Der Weg des Wassers im Steyr 680 – kurz erklärt


Beim Tankvorgang kommt das Wasser mittels Schlauch von der externen Wasserfilterkiste durch die Tür oder durch das Fenster und füllt die bordeigenen Kanister auf.

Wenn dieser Betankungsprozess abgeschlossen ist, werden die Kanister mit den normalen Deckeln verschlossen, damit nichts „überschwappen kann“, während wir zum nächsten Übernachtungsplatz fahren. Hier wird jetzt zum Beispiel vom ersten Kanister der Deckel gegen einen Deckel mit Loch ausgetauscht, durch welchen der Ansaugschlauch für die fahrzeuginterne Wasserverteilung hindurchgeschoben wird.

Trinkwasser im Fernreisemobil drei

Das Trinkwasser gelangt also zunächst aus dem Wasserkanister 1 wie im unten stehenden Schaubild dargestellt durch den Vorfilter der Pumpe (um eventuell kleine Steinchen fernzuhalten, die die Pumpenmembran beschädigen könnten) zur Pumpe selbst.

Wenn jetzt Kanister 1 leer ist, wird der Ansaugschlauch einfach in Kanister 2 usw. eingeführt, also wie oben benannt „umgestöpselt“ und das Wasser kann wieder fließen.

Trinkwasser im Fernreisemobil drei

Die Pumpe pumpt das Wasser dann durch den Wasserfilter. Direkt hinter dem Wasserfilter befindet sich ein Druckminderer, welcher auf 2 bar eingestellt ist. Das Wasser wird jetzt verteilt auf Kaltwasser und Warmwasser.

In der Warmwasserleitung ist jetzt ein Boiler eingeschleift, der mit maximal 2 bar Druck betrieben werden darf (dafür der Druckminderer). Nun führen beide Leitungen zum Warmwasseranschluß bzw. Kaltwasseranschluß des Wasserhahns in der Küche.

Trinkwasser im Fernreisemobil Teil drei: Die Pumpe


Die Pumpe, die wir verwenden, ist eine Membranpumpe SHURflo LS4144 12V mit davorgeschaltetem Grobfilter, um ebenjene nicht zu beschädigen, falls doch mal kleine Steinchen im Wasserkanister sein sollten. Beides kaufen wir bei Fa Prevent.

Unser Trinkwasser im Fernreisemobil Teil drei: Der Wasserfilter zur Entnahme aus den Wassertanks


Die Wasserfilteranlage die zur Entnahme aus den Wassertanks dient ist mit dem in Teil zwei beschriebenen Betankungsfilter baugleich. Sie besteht aus dem Gehäuse*, drei 10 Zoll Behältern und 3/4 Zoll Anschluss, welches mit

Grobfilter*,
Keramikfilter* und
Aktivkohlefilter*
bestückt wird.

Die Reihenfolge der Filter ist ebenfalls identisch: Zuerst der Grobfilter, dann der Keramikfilter, zuletzt der Aktivkohlefilter.

Wir haben den Filterhalter in den Küchenschrank unterhalb der Spüle montiert. Die Filter stehen auf Hölzern fest auf, damit sie nicht in der Halterung herumwackeln. Darum müssen wir bei jedem Filterwechsel zunächst die vier Hölzer herausziehen, um den Filterhalter zu öffnen.

An dem Filterhalter haben wir beim Einlass und beim Auslass (ist mit „in“ und „out“ gekennzeichnet) jeweils eine 3/4 Zoll auf 3/4 Zoll Winkelverbindung angebracht.

Trinkwasser im Fernreisemobil drei

Direkt hieran ist der Druckminderer montiert.

Trinkwasser im Fernreisemobil Teil drei: Der Druckminderer


Unser Boiler ist für einen maximalen Betriebsdruck von 3 bar ausgelegt, weshalb wir einen Druckminderer  nach der Filteranlage benötigen. Der Hersteller des Boilers, Fa. Elgena rät jedoch dazu, max. 2 bar Druck anzulegen. Da für uns nicht abschätzbar ist, wieviel Druckverlust wir durch den Wasserfilter haben werden, entscheiden wir uns für unsere Pumpe mit 3 bar um den Druck schließlich wieder herunterzuregeln.
Auf dem Druckminderer ist deutlich ein Pfeil für die Durchflussrichtung des Wassers angegeben. Und wenn man ihn denn auch noch richtig herum einbaut, dann funktioniert er auch tadellos. Wenn man ihn, wie ich am Anfang, falsch herum einbaut, ist man fast am Verzweifeln, weil er nicht das tut, was er soll, nämlich druckmindern. Bis Lyggie irgendwann auf des Rätsels Lösung kommt. Danach ist dann alles gut.  😀

Zusammenbau von Wasserfilter und Druckminderer


Zunächst einmal bin ich froh, dass ich wenige Wochen zuvor zufälligerweise 😀 zwei komplette Maul- und Ringschlüsselsätze gekauft habe, denn bei den folgenden Arbeiten brauchen wir verschiedene Schlüsselgrößen (22, 25, 27, 30) und die sind ja nun nicht in jedem gekauften Werkzeugkasten (den wir zudem gar nicht besitzen) vorhanden.

Trinkwasser im Fernreisemobil drei

Die Verschraubungen der einzelnen Elemente werden zunächst mit Teflonband abgedichtet, auf Anraten eines lieben Menschen jedoch wieder demontiert und vernünftig mit Hanf und Dichtpaste gedichtet, was den Vorteil hat, dass es auch kleine Verdrehungen, die wir beim Fahren natürlich nie ganz ausschließen können, verzeihen wird. Und sollte doch mal ein Tropfen durchkommen, wird er den Hanf aufquellen und dadurch die Verbindung wieder abdichten.

Hier noch ein kleiner Tip. Es gibt „glattes“ Gewinde wie auf dem folgendem Bild links und „geriffeltes“ Gewinde, wie auf dem Bild rechts.

Trinkwasser im Fernreisemobil drei

Wenn der Hanf jetzt nicht richtig am Gewinde hält und sich mitdreht, kann man hier leicht für Abhilfe sorgen, indem man die Gewindegänge, wie im folgenden kurzen Video gezeigt, mittels einer Metallsäge aufrauht.

 

Tipp aus dem zweiten Ausbau: Es geht allerdings auch wesentlich einfacher und instant dicht mit Loctite 5331

 

Loctite 5331 Rohrgewindedichtung 100 ml
Preis: 21,50 € (21,50 € / 100 ml)
(Stand von: 2020/09/14 6:45 pm - Details
×
Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
)
Sie sparen: 1,99 € (7%)
5 neu von 21,50 € (21,50 € / 100 ml)0 gebraucht
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Trinkwasser im Fernreisemobil Teil drei: Der Boiler


Beim Boiler haben wir lange hin- und herüberlegt, für welches Konzept wir uns entscheiden sollen. Manche Selbstausbauer binden die Motorkühlwasserwärme mit ein, manche bauen einen Wärmetauscher an den Holzofen. Manche betreiben den Boiler mit Gas oder Diesel.

Das alles scheint uns zu viele Nachteile zu beinhalten. Wenn wir mehrere Tage an einem Ort stehen, wollen wir ja nicht erst den Motor anmachen, um warmes Wasser zu bekommen. Ebenso verhält es sich beim Ofenwärmetauscher. Auch bei 30 Grad braucht man mal warmes Wasser und möchte nicht unbedingt vorher einheizen. Und wenn man lange irgendwo steht – und das spricht gegen das Gas- bzw. Dieselkonzept – ist irgendwann der Tank, bzw. die Gasflasche leer.

Also haben wir uns überlegt, dass wir auf Strom setzen werden. Wir haben im Steyr 680 550W auf dem Dach und eine 200 AH LiFePo4-Batterie an Bord, das reicht. Manchmal zwar knapp, aber es reicht. Ein Elektroboiler soll es also sein. Einer, der mit 12V / 200W und mit 230V / 660W betrieben werden kann. 200W zum halten der Temperatur und 660W über Wechselrichter zum schnelleren Aufheizen z.B. nach dem Duschen.Es wird ein Elgena Nautic Therm Typ EE, der beide Stromanschlussmöglichkeiten bietet.

Trinkwasser im Fernreisemobil drei

Hier die Typenschilder:


Trinkwasser im Fernreisemobil drei
Trinkwasser im Fernreisemobil drei

Wir haben den Nautic Therm EE in der 10-Liter-Ausführung nach fundierter Beratung direkt bei Firma Elgena geordert und sogar noch einen Messepreis erhalten können.

Trinkwasser im Fernreisemobil Teil drei: Die Haltbarmachung des Wassers


Manchmal hört man Stimmen, die andeuten, dass wir total übertrieben handeln. Doch wir sind lieber auf „der sicheren Seite“, denn ein verkorkster Magen wegen schlechten Trinkwassers ist bestimmt nicht so toll.

Darum kommt in unsere Wasserkanister auch Micropur Classic hinein, welches ja dann bei der Wasserentnahme wieder im zweiten Wasserfilter ausgefiltert wird.

 

Micropur Classic MC 10'000P 100g Pulver Wasserentkeimung Trinkwasser
Preis: 21,20 € (21,20 € / 100 g)
(Stand von: 2020/09/14 6:56 pm - Details
×
Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
)
Sie sparen: 3,80 € (15%)
20 neu von 21,20 € (21,20 € / 100 g)0 gebraucht
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

 

Zum Abwiegen benutzen wir unsere Feinwaage, in den 20-Liter-Kanister kommen 0,2 g, in den 30-Liter-Kanister kommen 0,3 Gramm  Micropur hinein. Das heisst, eine 100 Gramm-Dose-Micropur reicht wir für etwa 10.000 Liter, oder 333 Kanisterfüllungen a 30 Liter.

Trinkwasser im Fernreisemobil Teil drei: Fragen und Antworten


Wir leben jetzt seit Dezember 2017 sowohl im ersten als auch im neuen Fahrzeug mit diesem Wasserkonzept. Und möchten Euch hier unsere Erfahrungen weitergeben.

 

Frage: Würdet ihr wieder diese Wasserkanister nutzen?

Antwort: Nein, beim nächsten Fahrzeug nutzen wir zwei große Wassertanks je 250 Liter. Außerdem gibt es nun endlich eine Befüllmöglichkeit von außen.

 

Frage: Würdet ihr wieder diese Wasserfiltersystem nutzen?

Antwort: Ja, absolut. Wir sind damit total zufrieden. Durch diese zweifache Filterung und die Entkeimung mittels Micropur trinken wir unser Wasser ohne Vorbehalt. Wir haben auch festgestellt, dass es stets immer gleich schmeckt, egal woher wir das Wasser beziehen. Das sagt uns, dass immer die gleiche Qualität vorhanden ist.

 

Frage: Wie oft müsst ihr die Wasserfilter wechseln?

Antwort: Den Grobfilter und den Aktivkohlefilter soll man nach Herstellerangaben nach maximal 6 Monaten wechseln. Wir wechseln nach 3 Monaten. Das ist vom Preis her absolut okay und fühlt sich noch besser an.

„Der Keramikfilter wird nur ausgewaschen und mit einer Handbürste gründlich saubergebürstet.“  So steht es in den Herstellerangaben. Soweit die Theorie. Vor wenigen Wochen merkten wir beim Frischwassertanken, dass sich die Durchflussmenge fast gegen Null reduziert hatte. Eine Fehlersuche ergab, dass sich der Keramikfilter zugesetzt hatte. Kein Problem, dachten wir, dann nehmen wir unseren Ersatzfilter:

 

 

 

 

 

 

Doch dieser ist auf unseren Wegstrecken leider zerbrochen. Also machen wir uns daran und schaben die äußere Keramikschicht des zugesetzten Keramikfilters mit einem Messer ab, bis der Filter farblich wieder ganz hell ist.  Das klappt ganz ausgezeichnet und jetzt läuft das Wasser wieder problemlos hindurch.

Wie ist das mit dem Strom?


 

Frage: Wie ist das mit dem Warmwasser? Habt ihr dafür genug Strom?

Antwort: Strom ist knapp. Gerade um die Wintersonnenwende herum, wenn die Sonne sehr tief steht, ist man froh um jeden Strömling, welcher vorbeikommt.

Wir betreiben hauptsächlich unseren Kühl-/Gefrierkombination und unsere Laptops, sowie die Akkus von Kameras und Leuchten mit Strom. Da geht schon eine Menge Strom drauf. Und da wir nicht auf stromversorgten Plätzen, sondern mitten in der Botanik stehen, können wir Strom auch nur über die Solaranlage und gegebenenfalls fahrend über das Batterieladegerät oder über unseren Moppel beziehen. Hier möchte ich gerne auf unsere Reihe zum Strom  im ersten Fernreisemobil verweisen, wo wir unsere Stromanlage im Einzelnen vorstellen.

Nun ja – wir müssen es ehrlich zugeben, in den Wochen mit wenig Sonnenlichteinfall und der damit verbundenen geringen Stromleistung haben wir unseren Boiler nicht betrieben. Vielleicht wären wir strommäßig hingekommen, jedoch fehlten uns die Erfahrungswerte. Und da haben wir lieber auf das warme Wasser verzichtet. An Tagen mit vollem Sonnenschein, so ab Mitte Januar konnten wir den Boiler nutzen (und ihn aber wieder abschalten, wenn mehrere Tage schlechtes Wetter avisiert war). Und im Sommer wird es überhaupt kein Problem geben.

Da unser nächstes Fahrzeug erheblich mehr Solarleistung und erheblich mehr Batteriekapazität hat,  wird der Boiler hier aber auch im Winter betrieben, hier haben wir allerdings auch ein Kombigerät, was mit der Luftheizung und Strom betrieben werden kann.

Im Vierten Teil dieser Beitragsserie stellen wir Dir die komplette Teileliste zur Verfügung, damit du unser Wasserkonzept nachbauen kannst.

 

Stay tuned….. es bleibt spannend

Wir sagen Danke

 

*Werbung:
Auf unserem offroad Wohnmobil Blog befinden sich Affiliate-Partnerlinks zu Amazon. Wenn Du diesen Link für Deine Einkäufe nutzt, zahlst Du hierdurch nicht mehr, jedoch bekommen wir dann eine kleine Provision, die uns ein paar Kilometer weiterbringen wird. Wir sagen an dieser Stelle schon einmal herzlichen Dank für Deine Unterstützung 🙂

 

 

Folge uns: