Tidal vs Spotify 2048

Tidal vs Spotify - Ein unfairer Vergleich?

Ein Blick über den geschichtlichen Tellerrand

Seit vielen Jahren schon kauft man sich keine Schallplatten mehr. Weder Singles noch LPs und schon gar keine Maxi-Singles finden noch ihren Platz auf der Medieneinkaufsliste. Ja, es gibt sicher Ausnahmen und Musikenthusiasten, welche noch die alten Formate bevorzugen. Doch soll das nicht das Thema dieses Beitrages sein.

Die Musikwelt hat echt eine wilde Fahrt hinter sich. Früher waren Schallplatten der große Hit. Diese Dinger hatten Charakter mit ihrem Knistern und den warmen Tönen. Aber dann kam die digitale Welle und hat alles umgekrempelt. Die MP3s, erfunden von ein paar schlauen Köpfen in Deutschland, waren plötzlich überall. Klein, handlich und perfekt für die digitale Welt.

MP3: Ursprünge und Entwicklung

 

Das MP3-Format, eine bahnbrechende Erfindung in der digitalen Musikwelt, hat seinen Ursprung in den 1980er Jahren in Deutschland. Entwickelt wurde es maßgeblich von einem Team des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen in Erlangen, unter der Leitung von Karlheinz Brandenburg. Der Beginn dieser Entwicklung war geprägt von finanzieller Unterstützung durch das EU-Projekt „Eureka“ und von Herausforderungen, da das Team keinerlei Vorerfahrung in der Rundfunktechnik hatte.

 

Die Psychoakustik hinter MP3

 

Die Grundidee hinter MP3 war, Audiodateien so zu komprimieren, dass sie bei geringerem Speicherbedarf eine nahezu gleichbleibende Klangqualität bieten. Das Prinzip basiert auf psychoakustischen Effekten, also der menschlichen Wahrnehmung von Tönen und Geräuschen. MP3-Dateien nutzen die Eigenschaft, dass das menschliche Ohr bestimmte Töne in lauten Umgebungen nicht hören kann. Dies erlaubt es, weniger wichtige Audioinformationen zu entfernen, ohne einen deutlichen Qualitätsverlust zu verursachen. Bei einer ausreichend hohen Bitrate klingt das MP3-Format für das menschliche Ohr beinahe identisch mit dem Original.

 

MP3 und die MPEG-Entwicklung

 

Die Entwicklung des MP3-Formats war eng mit der Arbeit der Moving Picture Experts Group (MPEG) verknüpft. Innerhalb von MPEG gab es verschiedene Vorschläge für Audiocodierungsverfahren, aus denen schließlich drei Layer abgeleitet wurden: Layer 1, Layer 2 und das effizienteste Layer 3, welches als MP3 bekannt wurde. Diese Entwicklung ermöglichte eine qualitativ hochwertige Übertragung von Audiodaten über ISDN-Telefonleitungen, was vor allem für Rundfunkanstalten von Bedeutung war.

 

Die Revolution und der Einfluss von MP3

 

Ein entscheidender Moment in der Geschichte von MP3 war die Veröffentlichung eines Referenzencoders durch die Erlanger Forscher. Obwohl dieser ursprünglich nur eine Minute Musik encodierte, wurde er von einem Studenten gehackt, wodurch die zeitliche Beschränkung aufgehoben wurde. Diese geknackte Version verbreitete sich schnell im Internet und trug maßgeblich zur MP3-Revolution bei, die ihren ersten Höhepunkt in der Plattform Napster fand.

Interessant ist auch die Tatsache, dass Karlheinz Brandenburg während der Entwicklung des Kompressionsverfahrens feststellte, dass sein Algorithmus bei einem seiner Lieblingssongs, „Tom’s Diner“ von Suzanne Vega, versagte. Dies führte zu unzähligen Optimierungen des Verfahrens, bis der Song in akzeptabler Qualität als MP3 vorlag.

Trotz der ständigen Weiterentwicklungen und Verbesserungen, wie etwa die Einführung neuerer Codecs wie AAC, bleibt MP3 aufgrund seiner Universalität und Kompatibilität ein beliebtes Format. Die MP3-Technologie hat nicht nur die Rundfunktechnik, sondern auch die Musikindustrie grundlegend verändert und die Art und Weise revolutioniert, wie Musik weltweit konsumiert und geteilt wird.

In den 90ern, als das Internet so richtig loslegte, explodierte die MP3-Szene. Mit Napster und Kazaa konnte jeder seine Lieblingstracks teilen, auch wenn das manchmal Ärger mit dem Gesetz gab. Davor war das Teilen von Musik online ein ziemliches Gefrickel mit IRC-Chats und Newsgroups.

Dann kamen die Ripping-Tools, die es jedem erlaubten, seine eigenen oder geliehenen CDs in MP3s zu verwandeln. Echt praktisch, um die Musik zu digitalisieren. iTunes hat das Ganze dann noch einfacher gemacht. Plötzlich hatte man seine ganze Musiksammlung auf dem Rechner.

Aber der echte Knaller waren danach die Streaming-Dienste wie Spotify und Tidal. Die haben das Musikspiel komplett verändert. Einfach ’ne monatliche Gebühr blechen und Millionen Songs nonstop streamen – willkommen im Musikparadies!

Aber warum möchte ich Tidal mit Spotify vergleichen?

Bei all dem (natürlich legalen) Vorgenannten haben wir auch unsere Erfahrungen sammeln können. Aber viele Jahre schon nutzen wir Streamingdienste.

Und hier möchten wir einen kleinen Vergleich zwischen Tidal und Spotify ziehen und dir sagen, warum wir uns für einen von beiden entschieden haben.

Doch lass uns mit Spotify anfangen

Also, Spotify – das ist so eine Art Musik-Revolution auf Abruf. Gestartet ist der ganze Spaß 2006 in Schweden. Ein paar schlaue Köpfe, Daniel Ek und Martin Lorentzon, dachten sich: „Hey, warum nicht einfach alle Songs der Welt an einem Ort sammeln, wo jeder ran kann, wann immer er Bock hat?“ Gesagt, getan.

2008 ging Spotify dann an den Start und hat seitdem die Musikwelt ordentlich aufgemischt. Anfangs waren da ein paar skeptische Stimmen, klar, aber die Idee von Musikstreaming statt CDs kaufen oder illegal runterladen hat voll eingeschlagen. Einfach ’ne App aufmachen, Lieblingssong suchen und ab dafür – ob auf dem Weg zur Arbeit, beim Chillen im Park oder auf ’ner fetten Party.

Heute ist Spotify so was wie der große Bruder im Musikstreaming-Business. Millionen Songs, Podcasts und Playlists – alles nur einen Klick entfernt. Die haben sogar angefangen, eigene Sachen zu produzieren.

Und dann kam Tidal?

Ja, Tidal ist sozusagen das Premium-Paket in der Welt des Musikstreamings. Das Ding ging 2014 an den Start und hat von Anfang an klar gemacht: Bei uns gibt’s Sound in Studioqualität. Das ist Musikgenuss auf einem ganz anderen Level – perfekt für diejenigen, die mehr als nur Standard erwarten.

Ein weiterer Punkt, bei dem Tidal punktet, ist die faire Bezahlung der Künstler. Sie haben sich vorgenommen, eine Plattform zu sein, die den Musikern den Respekt und den finanziellen Anteil gibt, den sie verdienen. Echt eine noble Mission in der oft harten Musikbranche.

Als dann 2015 Jay-Z Tidal übernahm, hat das Ganze noch einen ordentlichen Schub bekommen. Plötzlich waren super bekannte Künstler wie Beyoncé, Rihanna und Kanye West mit im Boot, was Tidal einige exklusive Inhalte bescherte.

Und wir so?

Wir fingen vor vielen vielen Jahren auch mit dem Musikstreaming an. Mit Spotify, welches für recht schmales Geld viel Musik bot.

Unsere damalige Harman-Kardon Stereoanlage lieferte in Verbindung mit den Kanton Karat 707 DC Boxen einen Supersound, welcher unsere Ohren zu verwöhnen vermochte.

Nun haben wir in unserer Black Pearl einen Blutooth-Verstärker mit angeschlossenen JBL Control One Lautsprechern installiert.

Durch die Blutooth-Übertragung kann leider nicht mehr das gesamte Spektrum in sehr hoher Qualität übertragen werden.

Darum haben wir uns lange Zeit mit Spotify begnügt.

Doch auch der Hörgenuß Laptop und Spotify über Kopfhörer war nicht wirklich zufriedenstellend. Das merkte ich aber erst bei der Benutzung des Kopfhörers.

Und so wechselten wir vor einigen Jahren zu Tidal, wo unser Sony MDR-7506 Studio-Kopfhörer seinen guten Klang entwickeln kann.

Sony MDR-7506 Studio-Kopfhörer geschlossen
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Kompressionsverfahren

Lass uns gemeinsam ein paar Gedanken zum Kompressionsverfahren der gestreamten Musik anstellen.

MP3

MP3 verwendet eine verlustbehaftete Kompression, was bedeutet, dass zur Verringerung der Dateigröße Daten entfernt werden, die das menschliche Ohr weniger wahrnimmt. Dies kann zu einer Verschlechterung der Audioqualität führen, besonders bei niedrigeren Bitraten.

OGG/Vorbis

Wie MP3 verwendet auch OGG / Vorbis eine verlustbehaftete Kompression, aber es wird oft gesagt, dass Vorbis bei gleicher Bitrate eine bessere Klangqualität als MP3 bietet

FLAC

FLAC ist ein verlustfreies Format, was bedeutet, dass die Audioqualität bei der Kompression nicht beeinträchtigt wird. Die Dateigröße ist kleiner als bei einer CD, aber größer als bei verlustbehafteten Formaten wie MP3.

MQA

MQA ist ein Format, das hohe Klangqualität bei geringerer Dateigröße als FLAC bietet. Es nutzt eine spezielle „Faltungstechnik“, um hochauflösende Daten zu komprimieren. MQA zielt darauf ab, die Klangqualität so nah wie möglich an der originalen Studioaufnahme zu halten. Es enthält Informationen zur Authentifizierung der Qualität.

Klang ist nicht alles - Das Titelradio

Ist dir das auch schon passiert? Da stellst du ein Titelradio ein, also gibst einen Titel vor und überlässt dem Algorthmus die Entscheiung, was dann weiter gespielt werden soll.

Bei Spotify stellten wir regelmäßig nach spätestens dem dritten gespielten Titel wieder ab, dann dann kam nach „Money for Nothing“ gefühlt ein Hölle Hölle Hölle -Song welcher atemlos durch die Nacht hüpfte. Nix für uns.

Ganz anders bei Tidal. Hier klappt die Algorthmusabspielung so super, dass man stundenlang Songs hören kann, ohne dass es langweilig, oder lästig wird. Das ist für uns ein großes Kriterium, da wir auf langen Fahrten gerne Titelradio abspielen.

Hier noch ein paar Informationen zu den Preisen und Serviceumfängen

Kriterium Spotify Tidal Hifi Tidal Hifi Plus
0 Vorteile Riesige Podcast-Auswahl Viele Playlists und gro... Toller Empfehlungs-Algorithmus Kompletter Kata... Toller Empfehlungs-Algorithmus Kompletter Kata...
1 Verfügbare Titel > 70 Millionen > 80 Millionen > 80 Millionen
2 Max. Audioqualität/Format Free: 160 kbps, MP3 , Premium: 320 kbps, OGG/Vorbis HiFi: 1411 kbps (16 Bit, 44,1 kHz), FLAC HiFi Plus: bis zu 9216 kbps (24 Bit, 192 kHz), MQA
3 Preismodelle Free: kostenlos, Premium: 9,99 Euro HiFi: 9,99 Euro HiFi Plus: 19,99 Euro
4 Mehrere Nutzer weitere Preismodelle für mehrere Nutzer weitere Preismodelle für mehrere Nutzer weitere Preismodelle für mehrere Nutzer
5 Testabo 30 Tage kostenlos 1 Monat kostenlos 1 Monat kostenlos
6 Rabatt Studierendenrabatt: 4,99 Euro Studierendenrabatt HiFi: 4,99 Euro Studierendenrabatt HiFi Plus: 9,99 Euro
Kriterium Spotify Tidal
Kosten pro Monat 10,99 € 19,99 €
Familienpreis (bis 5 Personen) 16,99 € 29,99 €
Standard-Sound
FLAC-Ausgabe
Dolby Atmos
Offline hören
Kompatibilität Windows, Mac, Android, iOS Windows, Mac, Android, iOS
Werbung
Laufzeit 1 Monat 1 Monat
Geräteanzahl 1 online + 5 offline 1 online + 5 offline
Soundqualität 16 Bit, 44,1 kHz Bis zu 24 Bit, 192 kHz

Ohne Gewähr. Alle Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt der Erstellung des Textes.

Unsere Erfahrungen

Wie wir ja oben ausführlich beschrieben haben, nutzen wir seit langer Zeit nunmehr ausschließlich Tidal.

Und wir sind mit der dargebotenen Leistung absolut zufrieden.

Gerade und insbesondere, wenn man sich die Zeit und Muße nimmt, um am Laptop klassische Musik zu hören, kommen die Vorteile voll zum Tragen.

Stay tuned … es bleibt spannend!

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