Freude schöner Götterfunken Wunderkerze 2048

Freude schöner Götterfunken

Ode an die Freude

Kultur .... echt jetzt .... muss dass denn jetzt sein

Ode an die Freude: Kultur …. aber klar doch.

Im Laufe der Jahre hat mein Zugang zu Kultur dramatisch abgenommen. Sie wurde abgelöst von den Ereignissen des Tages, von den vielen vielen Meldungen in den Medien.

Meist sehr negativ und herunterziehend, weshalb ich mit eine persönliche Medien-Detox-Phase verordnet habe.

Und ich habe in meiner  Lieblings-Musik-Streaming-Seite die sonst so gewohnte Musik verlassen und mich wieder einmal der Klassik zugewandt.

Eigentlich schon mein ganzes Leben begleitet mich Ludwig van Beethoven in seiner vielfältigsten Art. Musikalisch.

Ode an die Freude - Freude schöner Götterfunken Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven
Ode an die Freude - Freude schöner Götterfunken Friedrich Schiller
Friedrich Schiller

Und so stöberte ich in den virtuellen Archiven. Mein Augenmerk fiel auf die Symphonien. Und hier mal wieder auf die Neunte. Beethovens Neunte…. kennste doch, oder?

Oder kennst du nur den „Song of Joy“ ? Aber immerhin. Ja, das ist Klassik. Schöne Klassik. Sprudelnde Klassik. Beschwingt und belebend, mit einem Wort: Mitreißend.

Doch ich schwafele ab. Eigentlich möchte ich heute ein paar Gedanken zu Friedrich SchillersOde an die Freude“ loswerden.

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum!
Deine Zauber binden wieder
Was die Mode streng geteilt;
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Die erste Strophe von Schillers „Ode an die Freude“ ist eine Hymne an die Freude als vereinende und göttliche Kraft. „Freude, schöner Götterfunken“ suggeriert, dass Freude göttlichen Ursprungs ist und belebend wirkt. Mit „Tochter aus Elysium“ wird sie als himmlisches Wesen charakterisiert. „Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum“ drückt die Ekstase und Ehrfurcht der Menschen beim Erleben der Freude aus. Die Zeilen „Deine Zauber binden wieder / Was die Mode streng geteilt; / Alle Menschen werden Brüder, / Wo dein sanfter Flügel weilt“ betonen die vereinende Kraft der Freude, die soziale und kulturelle Barrieren überwindet und Menschen in Brüderlichkeit vereint. Zusammenfassend stellt die Strophe die Freude als eine mächtige, inspirierende und verbindende Kraft dar, die Menschen über alle Grenzen hinweg zusammenführt.

Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein;
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja, wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!

In der zweiten Strophe der „Ode an die Freude“ fokussiert sich Schiller auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und deren Bedeutung für das Glück.

„Wem der große Wurf gelungen, / Eines Freundes Freund zu sein;“ spricht von der Freude und dem Stolz, einen wahren Freund zu haben. „Wer ein holdes Weib errungen, / Mische seinen Jubel ein!“ bezieht sich auf die Liebe und das Glück, einen Lebenspartner gefunden zu haben.

„Ja, wer auch nur eine Seele / Sein nennt auf dem Erdenrund!“ erweitert diese Idee auf jede Art von liebevoller Beziehung. Schließlich zeigt „Und wer’s nie gekonnt, der stehle / Weinend sich aus diesem Bund!“ einen Kontrast: Das tiefe Bedauern und die Trauer derjenigen, die solche emotionalen Bindungen nicht erleben können.

Zusammengefasst, betont die Strophe die Bedeutung von Freundschaft, Liebe und emotionaler Bindung für das menschliche Glück. Sie zeigt, wie diese Beziehungen eine Quelle der Freude und des Jubels sind und wie ihr Fehlen zu Traurigkeit führt

Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur;
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod;
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.

In der dritten Strophe der „Ode an die Freude“ geht Schiller über die menschliche Erfahrung hinaus und spricht von der universellen Präsenz der Freude in der Natur.

„Freude trinken alle Wesen / An den Brüsten der Natur;“ stellt die Freude als eine grundlegende Kraft dar, die allen Lebewesen zugänglich ist, vergleichbar mit Nahrung. „Alle Guten, alle Bösen / Folgen ihrer Rosenspur.“ zeigt, dass Freude unparteiisch ist und sowohl von guten als auch von bösen Wesen erfahren wird.

„Küsse gab sie uns und Reben, / Einen Freund, geprüft im Tod;“ bezieht sich auf die Gaben der Freude: Liebe (Küsse), Genuss (Reben, symbolisch für Wein) und tiefe Freundschaft, die bis in den Tod bestehen bleibt. „Wollust ward dem Wurm gegeben, / Und der Cherub steht vor Gott.“ verdeutlicht, dass Freude in allen Ebenen des Lebens existiert, von der einfachsten (Wurm) bis zur himmlischen (Cherub).

Diese Strophe hebt die Allgegenwärtigkeit und Gleichheit der Freude in der gesamten Schöpfung hervor, unabhängig von moralischer Bewertung oder Hierarchie im Leben.

Froh, wie seine Sonnen fliegen
Durch des Himmels prächt’gen Plan,
Laufet, Brüder, eure Bahn,
Freudig, wie ein Held zum Siegen.

„Froh, wie seine Sonnen fliegen / Durch des Himmels prächt’gen Plan,“ zeichnet ein Bild von Sonnen, die fröhlich und unbeschwert durch den Himmel ziehen, was eine natürliche, unbeschwerte Freude symbolisiert. „Laufet, Brüder, eure Bahn, / Freudig, wie ein Held zum Siegen.“ appelliert direkt an die Menschen, ihr Leben mit derselben Freude und Entschlossenheit zu führen, wie ein Held, der zu einem Sieg strebt.

Diese Strophe ermutigt zu Lebensfreude und Optimismus, indem sie das Bild des heldenhaften Strebens nach Sieg und Erfüllung nutzt. Sie vermittelt, dass man sein Leben aktiv und freudig gestalten soll.

Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder, über’m Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen.

In der fünften Strophe der „Ode an die Freude“ spricht Schiller von der universellen Verbundenheit und einer höheren, liebevollen Macht.

„Seid umschlungen, Millionen! / Diesen Kuß der ganzen Welt!“ ruft zu einer umfassenden Brüderlichkeit auf, die die ganze Menschheit umfasst. Es ist eine Geste der Einheit und des Friedens. „Brüder, über’m Sternenzelt / Muß ein lieber Vater wohnen.“ drückt den Glauben an eine höhere, gütige Macht aus, die über die Menschheit wacht.

Diese Strophe betont die Idee der universellen Einheit und Liebe unter den Menschen und vermittelt Hoffnung und Vertrauen in eine höhere, wohlwollende Präsenz im Universum.

Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahnest du den Schöpfer, Welt?
Such‘ ihn über’m Sternenzelt!
Über Sternen muß er wohnen.

In der sechsten und letzten Strophe von Schillers „Ode an die Freude“ wird das Thema der göttlichen Präsenz und der Ehrfurcht vor dem Schöpfer vertieft.

„Ihr stürzt nieder, Millionen? / Ahnest du den Schöpfer, Welt?“ spricht von einer kollektiven Bewegung der Demut und Ehrfurcht, die die Menschen empfinden, wenn sie die Größe des Schöpfers erahnen. Diese Zeilen suggerieren, dass die ganze Welt eine tiefe intuitive Verbindung zu einem höheren Wesen hat.

„Such‘ ihn über’m Sternenzelt! / Über Sternen muß er wohnen.“ fordert dazu auf, den Blick nach oben, über das sichtbare Universum hinaus, zu richten, um den Schöpfer zu finden. Dies impliziert, dass die göttliche Präsenz über die materielle Welt hinausgeht und in einer höheren Sphäre existiert.

Zusammengefasst schließt das Gedicht mit einer Betonung auf der spirituellen Suche und der Ehrfurcht vor dem Schöpfer, was die universellen Themen der Freude, Einheit und des höheren Sinns miteinander verbindet.

Einheit und Revolution in der Neunten Symphonie

Beethoven vertonte Schillers „Ode an die Freude“ in seiner Neunten Symphonie aus mehreren Gründen. Einer war seine Bewunderung für Schillers Ideale von Freiheit und Brüderlichkeit. Beethoven teilte diese humanistischen Werte, die in der Zeit der Aufklärung und der französischen Revolution populär waren. Die Ode drückte universelle Brüderlichkeit und Einheit aus, Themen, die Beethoven in seiner Musik oft erkundete. Außerdem sah er in Schillers Text eine Möglichkeit, seine eigene musikalische Sprache zu erweitern und zu experimentieren. Beethovens Neunte war revolutionär, da sie als eine der ersten Symphonien Gesang integrierte. Dieser kühne Schritt unterstrich seine Vision von der Symphonie als einem Werk, das über reine Instrumentalmusik hinausgeht.

Eine posthume musikalische Hommage

Beethoven und Schiller lebten zeitlich überschneidend, aber sie haben sich nie persönlich kennengelernt. Schiller wurde 1759 geboren und starb 1805. Beethoven, geboren 1770, überlebte Schiller um viele Jahre und starb 1827. Während Beethoven Schillers Werk sehr bewunderte, waren die beiden nie in direktem Kontakt. Die Neunte Symphonie, die Schillers „Ode an die Freude“ enthält, wurde 1824 komponiert, also lange nach Schillers Tod. Beethovens Vertonung der Ode ist somit eine posthume Anerkennung von Schillers literarischem Genie.

Mein persönlicher Bezug

Du wirst jetzt nach der ganzen Theorie fragen: Warum tue ich mir das an?

Als erste Antwort, wenngleich sie etwas frech ist: Weil ich es kann.

Nein Spaß beiseite. Wenn man sich auf diese Musik einlässt, sie nicht nur nebenbei auf irgendeinem Kultursender im Radio hört, während man Essen kocht, oder an irgendeinem Gerät herumschraubt, dann kann man schnell merken, dass das mehr ist, als nur „Gedudele“.

Es ist Musik, es sind Schwingungen, die mich nicht nur erreichen, sondern auch tief in mir etwas auslösen. Vielleicht ist „schwelgen“ der richtige Ausdruck. Ja, in dieser Musik kann ich schwelgen. Mich verlieren, meinen Gedanken freien Lauf lassen und die Zeit und den Ort um mich herum vergessen.

Aber dafür brauche ich Ruhe und muss möglichst Störungen vermeiden. Es ist, wie bei einem guten Film, wo man auch nicht unterbrochen werden möchte.

Das kann ich natürlich nicht machen, während wir mit unserer Black Pearl herumfahren. Denn ein klein wenig muss man ja auch auf Straße und Verkehr achten.

 

Wann hast du dich das letzte Mal auf Musik tiefgehend eingelassen? Ein tolles Gefühl, oder?

Musikstreamingdienst Tidal

Nun hoffe ich, dir ein wenig Lust auf Ludwig van Beethoven gemacht zu haben. Und ich kann dir auch noch unseren Musikstramingdienst empfehlen.

 

Waren wir früher jahrelang bei Spotify angemeldet, haben wir schon vor einiger Zeit gewechselt.

Zu Tidal, einfach der Qualität und er Musikauswahl wegen.

 

Doch darüber folgt demnächst ein gesonderter Blogpost.

Stay tuned … es bleibt spannend!

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