Natron im Wohnmobil

Natron im Wohnmobil – Wie man mit Natron abspülen und trotzdem viel Wasser sparen kann

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Das unscheinbare und oft unterschätzte Natron ist für uns im Wohnmobil ein unersetzliches Helferlein geworden. Natron dabei zu haben, ersetzt so manches andere. Doch lest selbst.

Wikipedia beschreibt Natron wie folgt:

Natron oder auch Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) ist ein Natriumsalz der Kohlensäure und zählt zu den Hydrogencarbonaten. Die Verbindung sollte nicht mit Natriumcarbonat (Soda, Summenformel Na2CO3) verwechselt werden. Natriumhydrogencarbonat kommt als natürliches Mineral Nahcolith unter anderem in den Vereinigten Staaten vor. Es tritt meist feinverteilt in Ölschiefer auf und kann dann nur als Beiprodukt der Ölförderung gewonnen werden. Ein Bergbau besonders reicher Nahcolith-Horizonte wird in den USA im Bundesstaat Colorado betrieben, die jährliche Förderung lag im Jahre 2007 bei 93.440 Tonnen.  Es gibt auch Fundorte in Europa.

Gelegentlich werden für Natriumhydrogencarbonat auch die veralteten und chemisch unzutreffenden Trivialnamen doppeltkohlensaures Natron und Natriumbicarbonat verwendet. Im Handel wird die Verbindung auch unter den Bezeichnungen SpeisesodaBacksodaBacknatron, BullrichsalzSpeisenatron sowie Markennamen angeboten.

Wozu wird Natron allgemein verwendet? Und wie verwenden wir es nun genau im Wohnmobil?


Natriumhydrogencarbonat wird in der Lebensmittelindustrie hauptsächlich zur Herstellung von Backpulver und Brausepulver verwendet. Auch ist es Bestandteil vieler handelsüblicher Wasch- und Reinigungsmittel, da es stark entfettende Eigenschaften hat. Und genau das macht Natron für das Leben im Wohnmobil hochinteressant.

In diesem Beitrag wollen wir euch davon erzählen, wie und warum wir Natron verwenden und warum es die meisten unser Reinigungsmittel mittlerweile komplett überflüssig gemacht hat.

Natron im Wohnmobil? Doch höchstens zum Backen, oder…?


Es geht also um das Waschen und Reinigen auf Reisen. Jeder muss es machen. Keiner mag es. Und fast jeder hat tausende Mittelchen dafür dabei, die viel Platz benötigen und oftmals nicht gerade umweltverträglich sind:  Für das Abwaschen, Wäsche waschen, diverse Dinge putzen und nicht zuletzt, um sich selbst hygienischen Standards entsprechend in den „grünen Bereich“ zu bringen.

Als wir das Leben im Wohnmobil begonnen hatten, ging es uns anfangs nicht anders. Das Standard-Öko-Spülmittel fürs Geschirr, handelsüblicher Glasreiniger in der Sprühflasche, Allzweckreiniger mit irgendeinem Duft, ein selbstgemachtes Deo aus Natron, Wasser und etwas Duftöl, sowie ein ganzer Sack Rosskastanien zum Wäschewaschen gingen mit auf Reisen.

Diese Alternativlösungen hatten sich bereits in unserem Haushalt bewährt und wurden – bis auf das Spülmittel – weil wir im stationären Zuhause die Geschirrspülmaschine zu nutzen pflegten – auch regelmäßig und oft verwendet.

Natron im Wohnmobil - allzeit-bereift.de

Ein großes Glas Natron für die Nutzung als Deo haben wir immer dabei


Zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissend, als wie nützlich es sich künftig erweisen wird, geht und insbesondere um uns auch unterwegs unser bewährtes Deo aus:

  • 1 TL Natron
  • Wasser
  • etwas Duftöl nach Wahl

herstellen zu können, nehmen wir natürlich ein großes Glas Natron mit auf unsere Reise. Nicht wissend, dass es sich dann doch viel schneller leeren würde, als wir vermutet hätten.

UPDATE: Mittlerweile hat es sich als viel effektiver erwiesen, das Natron mit einem dicken Kosmetikpinsel morgens nach dem Waschen direkt auf die Achseln zu tupfen. (Vielen Dank, liebe Astrid Feiner!) Man riecht tatsächlich danach wirklich lange keinen Achselschweiß mehr.

Natron als Wasser-Spar-Lösung unterwegs. Aber wie?


Wenn man autark unterwegs sein möchte, muss man zwangsläufig Wasser sparen. Am liebsten spart man dann an den Dingen, die sowieso schon irgendwie lästig sind. Wie zum Beispiel am Abspülen des Geschirrs nach dem Essen. Schließlich soll ja das liebevoll mitgeführte Wasser im besten Falle von Mensch und / oder Hund getrunken, oder als Bestandteil von leckerem selbst gekochten Essen auf dem Tisch oder im Napf landen

Natron im Wohnmobil

Also versucht Mensch sich dann mit vollem Bauche normalerweise an nun folgendem:  Die Teller, Gläser und das Kochgeschirr sollen mit einem haushaltsüblichen Spülmittel aus dem Supermarkt,  gepaart mit einem bleistiftminendünnen, notwendigerweise warmen Wasserstrahl aus der bordeigenen Wasseranlage zu einem traumhaft glänzenden Geschirrergebnis führen.

Nur so viel dazu sei gesagt: Schlagt Euch das aus dem Kopf. Es geht viel einfacher. Ohne Spülmittel. Und ohne warmes Wasser!

Und da wären wir auch schon beim Natron und seinen unzähligen Verwendungsmöglichkeiten angekommen.

Spülmittel vs. Natron bei der Geschirreinigung


Da man ja unterwegs möglichst viel Wasser sparen möchte,  kann man dank des sehr schmalen zur Verfügung stehenden Wasserstrahles mit normalem Spülmittel seine liebe Mühe haben, neben den Essens-  auch noch die Seifenreste vom Geschirr zu entfernen. Meist klappt das nur leidlich und hinterlässt hässliche Schlieren und fühlt sich noch dazu irgendwie schmierig an. Natron dagegen entfettet und löst auch Angebranntes an. Und wenn man es mit klarem Wasser nachspült bleibt nichts zurück. Das wars schon.

Bei uns funktioniert Abwaschen mit kaltem Natronwasser so:


Update 2019: Bei uns funktioniert Abwaschen folgendermaßen: Um den Abspülvorgang effizienter und auch wassersparender gestalten zu können, kauften wir uns zwei 2-Liter Drucksprühflaschen.

 

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In eine davon füllen wir zweieinhalb gehäufte Teelöffel Natron, die wir in 2 Liter kaltem Wasser geschüttelt auflösen. In die Zweite, die „Spülflasche“, kommen ebenfalls zwei Liter kaltes Wasser. Druck auf beiden Flaschen aufpumpen.

Grobe Speisereste werden nach vorherigem Einsprühen mit etwas Natronwasser zusammen mit einem Papiertuch entsorgt. Dann wird das Geschirr noch einmal großflächig mit dem Natronwasser eingesprüht. Angetrocknetes lassen wir einen Moment einweichen. Dann wird noch einmal mit Natronwasser eingesprüht und anschließend mit dem Schwamm gereinigt. Mit dem  Wasser aus der anderen Sprühflasche spült man dann alles weg –  und Zack, ist alles fettfrei und blitzblank sauber. Das merkt man sofort, wenn man mit dem Finger darüber fährt. Es quietscht. Es ist quasi Quietschsauber  🙂

 

Bekommt man sogar angebrannte Reste in der Pfanne entfernt?


 

Wenn mal etwas am Kochgeschirr anhaftet, ist das auch kein Problem. Man gebe einen Fingerbreit Wasser auf den Boden des Kochgeschirrs, füge  einen Teelöffel voll Natron hinzu. Dann geht das Ganze ab auf den Herd und wird ganz kurz aufgekocht. Nun reinigen wir, wie oben beschrieben. Wenn die Natron-Wassermischung in diesem Fall – das hatten wir schon – nicht ausreichen sollte, nehme man noch einige Teelöffel einfaches Kochsalz hinzu. Das löst auch die angebranntesten Stellen an.

Als letztes könnte man noch einwenden, dass ja die ganzen Speisereste dann am Schwamm haften bleiben und er schließlich nicht mehr gut genug reinigen kann. Auch hier nehmen wir wieder einen TL Natron in einem kleinen Messbecher und etwas Wasser und spülen den Schwamm darin aus. Et voilá.

Wichtig hierbei ist: Die meisten günstigen Drucksprüher aus dem Baumarkt sind nicht für den mehrmals täglichen Dauergebrauch bestimmt. Wir haben die Erfahrung machen müssen, dass unsere letzten Flaschen trotz eines höheren Preises um die 13 € ( was ja für so eine Flasche auch schon eine ganze Menge ist) nach ca. 6 Monaten den sprichwörtlichen Geist aufgegeben haben. Die Pumpkolben verbogen sich und somit war kein Druckaufbau mehr möglich.

Um das ganze Verfahren erst einmal in Ruhe  auszuprobieren ist die günstige Flasche aus dem Baumarkt sicherlich erst mal eine gute Idee. Man muss aber immer im Kopf haben, dass die günstigen Düsen, die hier meist verbaut sind bei einem geringen Druck (meist 2 bar) irre viel Wasser auch zu den Seiten durchschießen, also dorthin, wo das Wasser gar nicht hin soll. Der Wasserverbrauch zum Abspülen ist bei den teureren Flaschen aus dem Profisegment bei höherem Druck meist deutlich weniger.

Natron zum Wäsche waschen unterwegs


Manchmal kommt es ja vor, dass unterwegs gerade kein Waschsalon greifbar ist. Und wenn man seine Wäsche im Wohnmobil möglichst wassersparend waschen möchte, bietet sich hier ebenfalls Natron als gründliches Reinigungsmittel an.

Wir erhitzen einfach etwas Wasser im Kessel auf dem Herd (oder in unserem Boiler) auf ca. 60°C und waschen die Wäsche darin dann in einer kleineren Plastikschüssel zusammen mit einem Esslöffel Natron. Man muss keine Seifenreste ausspülen, wie bei herkömmlichem Waschmittel. Somit reichen ein- bis zwei Nachspülungen aus. Fertig. Kochwäsche kann man – sofern man welche hat – wie zu Omas Zeiten auch direkt in einem großen Topf auf dem Herd kurz köcheln lassen. Allerdings sollte man hierfür etwas mehr Wasser einplanen, damit alles gut umspült wird. Und man sollte tunlichst vermeiden, die Wäsche mit der Hand herauszuholen 😉

Update 2020: Mittlerweile haben wir uns im neuen Fahrzeug die Daewoo Mini Waschmaschine gegönnt. Hierüber wird es noch einen gesonderten Blogbeitrag geben.

 

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Unsere Wäsche trocknen wir dann am liebsten in der Sonne.

Natron – ein Seifenersatz im Wohnmobil


Zu guter Letzt: Wir nutzen das Natronwasser auch als adäquaten Ersatz für ein Seifenstück. Sich so zu reinigen spart  – wieder mal – Wasser ein. Wir haben auch festgestellt, dass es zusätzlich zum Deo aus dem Hausrezept auch einen längeren Schutz vor unschönen Schweißgerüchen verleiht, als die entsprechende Anwendung eines Seifenstückes.

Zu alldem kommt noch eine ziemlich erfrischende Wirkung in der Anwendung, was  – gerade im Sommer – sicherlich beim einen oder anderen Zeitgenossen durchaus erwünscht sein dürfte, hinzu 🙂

Wir haben es mittlerweile getestet: man kann das Natronwasser sogar als Shampoo in die Haare sprühen und sie danach gründlich mit klarem Wasser ausspülen. Funktioniert. Man sollte es aber hiermit nicht übertreiben, da die Entfettungswirkung hier so hoch ist, dass die Haare schnell austrocknen.

Wir haben inzwischen jedenfalls fast alle anderen Reiniger weitergegeben oder nach Verbrauch nicht mehr nachgekauft. Da das Kastanienwaschmittel meist mehrere Stunden stehen muss, bevor es verwendet werden kann, ist Natron unterwegs hier einfach flexibler in der Anwendung.

Unser Deo machen wir uns nach wie vor aus Natron nach dem oben beschriebenem Rezept selbst.

Wir mussten unser Natron im Winter 2017/2018 das erste Mal hier in Portugal nachkaufen. Es gibt Packungen zu 450 g für ca. 2,20€ in der Apotheke unter dem portugiesischen Namen bicarbonato de sódio zu kaufen. Wir wollen Natron im Wohnmobil nicht mehr missen. Wenn man die Möglichkeit hat, über das Internet zu bestellen, ist es sicherlich am günstigsten, da man hier große Mengen kaufen und somit bunkern kann. So machen wir es aktuell.

 

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Natronwasser zum Was-auch-immer-reinigen im Wohnmobil


Das bereits oben im Beitrag erwähnte Geschirrspülmittel kann man natürlich auch noch dazu verwenden, alle anderen Oberflächen zu reinigen. Der Gasherd wird damit blitzeblank. Der Boden und das WC ebenfalls. Da bleiben keine Wünsche offen 🙂

stay tuned … es bleibt spannend.

 

Was hast Du für Erfahrungen mit Natron im Wohnmobil gemacht? Gibt es eine Idee, von der Du meinst, dass sie hier unbedingt mit aufgeführt sein sollte? Dann schreib uns sehr gerne 🙂

 

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Wir sagen Danke

 

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