Ein Jahr Leben im Mercedes LKW Wohnmobil

Ein Jahr Leben im Mercedes LKW Wohnmobil – Ein Resümee

  |   Allgemein, Alltagserlebnisse, Black Pearl, Stellplatzgeschichten

Kaum zu glauben, aber wir leben nun schon wieder tatsächlich ein ganzes Jahr in unserem wunderschönen Mercedes LKW Wohnmobil, der Black Pearl. Nachdem sich der Ausbau unseres Wohnkoffers von Juni 2019 bis Mai 2020 gefühlt ewig hinzieht, geht es dann plötzlich irgendwie alles ganz schnell und wir können endlich losfahren. In diesem Beitrag wollen wir nicht nur auf das vergangene Jahr zurückblicken, sondern auch alles das, was gut war und alles, was schlecht war mal genauer unter die Lupe nehmen, damit Du dir das Leben in und mit einem Laster noch besser vorstellen kannst.

Unser Mercedes LKW Wohnmobil, die Black Pearl

Unsere Black Pearl. Reisegefährt(e), Sicherer Hafen, Zuhause. Das Leben auf dem Rücken eines 12-Tonners ist nicht immer unkompliziert, trotzdem würden wir nicht mehr tauschen wollen.

Ein eigenverantwortliches Leben der besonderen Art


Sehr viele Menschen mit denen wir unterwegs ins Gespräch kommen, bewundern immer wieder unseren „Mut“, so zu leben wie wir leben. Wir finden es nicht mutig. Irgendwie so überhaupt nicht. Nennen wir es lieber eigenverantwortlich, denn das trifft es viel eher. Denn wir wachsen alle irgendwie in und mit einer vermeintlichen „Sicherheitsblase“ auf, die uns gleichzeitig aber auch sehr viel Verantwortung abnimmt. Es ist halt Bequem. Das ganze Leben ist versichert und für alles ist immer irgendjemand anderes verantwortlich. So scheint es jedenfalls. Dass das aber irgendwie einer gewissen unmündigen kindlichen Vorstellungswelt entspringt, davon gibt es mehr als genug Ablenkung…

Wenn Du auf vier Rädern lebst, bist Du selbst für alles in deinem Leben verantwortlich. Jeden Tag. Das kann stressig sein. Zum Beispiel, wenn man irgendwo steckenbleibt, oder eine Panne hat. Aber zumindest für uns wiegen die schönen Momente viel schwerer: Das Reisen an neue Orte, die wundervolle Natur, das Kennenlernen interessanter neuer Menschen. Und nicht zuletzt die Freiheit, hinzufahren und zu wohnen, wo man wirklich sein will.

Mit der Black Pearl auf dem Stellplatz in Falesia.

Mit der Black Pearl auf dem Stellplatz in Falesia. Das nächste Lagerfeuer war in dieser Zeit irgendwie nie weit entfernt.

Unser Mercedes LKW Wohnmobil – Wie zufrieden sind wir mit unserer Entscheidung?


War unsere Wahl gut? Definitiv! Ich glaube, wenn du damit aufhörst, sehnsüchtig irgendwelchen vorbeiziehenden LKW hinterherzuschauen, hast Du die richtige Wahl getroffen. Punkt. Wir lieben unseren LKW heiß und innig und es macht uns sehr viel Spaß, mit der Black Pearl zu reisen und auf ihrem Rücken zu wohnen.

Da wir ja kein Neufahrzeug möchten, war unsere ausgemusterte Feuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr in Hammelburg genau die richtige Wahl für uns. Gepflegt und immer gut gewartet, aber in ihren Dienstjahren natürlich auch viel gestanden, ist sie nur um die siebzehntausend Kilometer gefahren, als sie den Weg zu uns findet. Also ist sie quasi ein Neuwagen. Und jeder, der Ahnung von diesen Fahrzeugen hat, bestätigt uns, dass unsere Pearl in einem prima Zustand ist. Alles richtig gemacht!

Bislang hatten wir lediglich zwei kleinere Problemchen am Fahrzeug: Auf unserer Fahrt nach Portugal merken wir, dass unser Auspuff langsam etwas lauter wird. Die portugiesische Werkstatt unseres Vertrauens löst diesen Fall bei unserer Ankunft quasi im Handumdrehen. Und dann ist da noch der Batterietrennschalter. Eines schönen Morgens wollen wir von einem dieser traumhaft schönen Parkplätze am Meer im Norden Portugals aufbrechen. Und die Pearl sagt gar nichts. Der Fehler ist schnell gefunden: Unser Batterietrennschalter ist quasi geschmolzen. Also weg damit. Und schon können wir weiterfahren. Und wir stellen fest, dass wir gar keinen Batterietrennschalter brauchen. So kanns gehen.

Im portugiesischen Hochsommer ist das manchmal neblige Klima an den nördlichen Stränden für uns und unser Mercedes LKW Wohnmobilperfekt

Während der größten Hitzewelle im Sommer 2020, flüchten wir uns an die portugiesische Nordküste. Hier ist es gleich einige Grade kühler.

Was waren unsere schlimmsten und was unsere besten Momente in diesem Jahr?


Gute Momente…

Das ist durchaus schwierig zu beantworten. Denn es gab derartig viele schöne Momente, dass ich da wirklich überlegen muss.

Die Möglichkeit, einfach zu lieben Freunden zu fahren und mit ihnen zusammensitzen zu können, und sein Haus, Tisch und Bett gleich um die Ecke dabei zu haben ist für uns einfach grundsätzlich purer Luxus.

All die Orte in Portugal die wir schon kennen und mögen nun auch mit dem neuen Fahrzeug anzufahren und das auch noch zusammen mit lieben Freunden tun zu können.

Von den ganzen „Maßnahmen“, die sich Menschen in dieser durchgeknallten Zeitperiode ausdenken, so weit es geht verschont geblieben zu sein, weil wir uns sowieso meist von allem und jedem fernhalten. Es interessiert auf Reisen einfach niemanden, was du machst, wenn du dich vernünftig verhältst und du niemanden störst. Natürlich haben wir uns an Dinge, wie zum Beispiel Nachtfahrverbote gehalten, aber da wir nachts sowieso nie unterwegs sind und zu dieser Zeit lange auf einem bezahlten Stellplatz standen, hat uns das nicht weiter gestört.

Die wundervolle Natur genießen zu dürfen und den ganzen Winter angenehme Temperaturen zu haben, bei denen wir nur ein wenig zuheizen müssen. Touristenziele oder Städte sind ja sowieso niemals unsere Ziele. Die Natur selbst ist unsere größte Attraktion.

…und so könnte ich ewig weitermachen. Wir sind einfach unendlich dankbar, dass wir so leben können, wie wir leben. In keinerlei feste Strukturen eingebunden sein zu müssen, außer denen die wir uns aussuchen. Und somit so frei wie irgend möglich zu sein.

Schlechte Momente…

Nun, dazu zählen ganz spontan die für mich völlig nervenaufreibenden Sandspiele, die Fahrt über eine ziemlich ausgewaschene Piste. Da wir noch nicht wissen, welcher Grad an Verschränkung unseres Allrad LKW´s noch vertretbar ist, fühlt sich das ungefähr so an, als hätten wir uns spontan mit Höhenangst auf ein Drahtseil begeben, um der Welt einen Hochseilakt vorzuführen. Nur, um dann als erstes nach unten in die Tiefe zu starren…

 

Das Steckenbleiben im Sumpf, einen Tag vor Silvester. In so einem Fall musst Du deinem Kopf einfach sagen, er möge bitte die Klappe halten, sonst kannst Du die ganze Nacht nicht schlafen. Denn der eigene Kopf hat wohl offensichtlich viel Freude daran, das bereits eingetretene Schreckensszenario noch mit weiteren Horrorgeschichten zu überflügeln…

 

Der Moment auf dem Stellplatz in Pereiro, als ich mit Luna zum Mülleimer gehe: Da weit und breit gerade niemand zu sehen ist und Luna grundsätzlich nichts und niemanden angeht, gehen wir ohne Leine. Luna läuft neben mir und bleibt stehen. Sie fängt an, heftig zu bellen als wir an einem Wohnmobil vorbeikommen. Nun erst sehe ich die fette Katze, die dort unter einem Tisch hockt. ICH weiß, dass Luna außer viel Lärm zu machen nicht handeln wird, rufe sie aber trotzdem zu mir. Im selben Moment öffnet sich die Tür des Wohnmobils, zwei Menschen stürzen heraus, brüllen unverständliches Zeug und beginnen, Steine nach Luna zu werfen. Grund genug für uns, sich von seltsamen Leuten mit Katzen fernzuhalten…

Im Winter und innerhalb der Woche sind portugals Strände dieses Frühjahr größtenteils menschenleer, so dass große und kleine Hunde ihren Spaß haben.

Im Winter sind Portugals Strände in diesem Jahr so leer, dass auch große und kleine Hunde dort ihren Spaß haben können…

Ein Jahr Leben im Mercedes LKW Wohnmobil – unser persönliches Fazit


Das Leben wie wir es führen, ist für uns beide genau das richtige. Genau gesagt können wir es uns nicht mehr vorstellen, an einem Ort festsitzen zu müssen, wie schön er auch sein mag. Aufgrund der seltsamen Situation haben sich im letzten Jahr einige ehemalige Dauerreisende feste Domizile erworben, wo sie mit ihrem Fahrzeug nun stehen können. Kann man machen.

Für uns jedoch wäre dies keine Lösung. Denn uns fällt nach wenigen Wochen an ein- und demselben Ort quasi die „Decke auf den Kopf“. Immer die gleiche Gassirunde? Ständig auf die selbe Hecke starren? Äußeren Umständen (Lärm, Rauch, Feuer oder Menschen) ausgesetzt sein, ohne einfach weiterfahren zu können? Wir haben kein Haus auf Rädern gebaut und erworben, um damit nur an einer Stelle herumzuhängen. Das ist uns schlichtweg viel zu blöd. Dazu kommt, dass wir gerade jetzt sehr froh sind, mit all unseren Mitteln an keine „Immobilie“ mehr gebunden sein zu müssen, denn niemand weiß was die nähere Zukunft noch bringen wird. Und Immobilien machen nun einmal immobil.

Wir sind in unserem Mercedes LKW Wohnmobil dauerhaft unterwegs und treffen auch dann und wann auf liebe Freunde

Wir sind in unserem Mercedes LKW Wohnmobil dauerhaft unterwegs und treffen auch dann und wann auf liebe Freunde.

Wir sagen Danke

 

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