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Elea Beach von oben

Meer und mehr – Von Welpenwahnsinn, Kuschelcampern und Stalkern

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Zuletzt aktualisiert am 10. Januar 2023

Durchschnittliche Lesezeit: 9 Minuten

Es ist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Wir sind immer noch am Elea Beach, wo es mittlerweile ausgerechnet in unserer Ecke schon wirklich arg voll geworden ist. Zum krönenden Jahresabschluss drängelt sich eine Feuerwehr in den bis dahin angenehmen Abstand zwischen uns und unseren freundlichen französischen Nachbarn, die zwar noch den originalen Aufbau, allerdings wohl kein bewohnbares Innenleben hat. Zumindest denken wir das. Denn die dazugehörigen Eigentümer sitzen draußen davor, unterhalten sich lautstark und kokeln herum. Jeden. Einzelnen. Tag. Wir fühlen uns irgendwie belästigt und sind genervt vom ständigen Rauch in der Luft. Es gibt wirklich seltsame Leute da draußen. Bis auf die Bitte, doch das gekokele zu unterlassen, da der ganze Qualm bei uns ins Haus zieht, beschließen wir die Kuschler zu ignorieren und noch vor Silvester sind sie dann verschwunden. Läuft.

Das Familienrudel unserer lieben Freunde ist seit dem Stop in Rumänien um vier (zugegeben noch sehr winzig geratene) Pfoten erweitert. Ein knuffiger kleiner Rüde hat sich ihnen angeschlossen. Als wir den Kleinen kennenlernen, merken wir sofort: Dieser hier weiß ganz genau was er will. Ein sehr starker Charakter mit einem umwerfenden Charme der auch hier und da mal aneckt. So sind Welpen ja sowieso und er dann aber auch ganz speziell. Luna kann mit ihm und seinem öfters mal auftretenden Welpenwahnsinn erst mal so gar nichts anfangen und zeigt ihm nur die Vorderzähne. Ausgerechnet die Luna, die früher (selbst als Kleinling!) jedem anderen Hund unablässig(!!) die Ohren vollsabberte. Nun denn, auch sie kann hier noch etwas lernen. Und siehe da, nach ein paar Tagen spielen die beiden  zusammen, als hätten sie nie etwas anderes getan.

Elea Beach

Am Elea Beach gibt es eigentlich – mehr als genug – Platz! Es sei denn, man bekommt Kuschelcamper.

Was man an Silvester so macht – Klo und so


Heute ist Silvester und wir haben tatsächlich alle Teile beisammen um unsere Trockentrenntoilette final umzubauen. Die Rohrleitung zum Tank wird nun mittels eines Endstückes stillgelegt. Dann werden die passend bestellten Aluminiumprofile oben auf unser Toilettengestell geklebt. (unsere im Juni angebrochene Kartusche Berner Karosseriekleber war tatsächlich noch benutzbar!) Noch schnell Urinbehälter und Feststoffeimer (sie stammen aus der Separett Tiny) mit Winkeln am Boden sicher gegen Verrutschen platziert und fertig ist unser neues stilles Örtchen.

Nach sehr kurzer Zeit stellen wir jedoch fest, dass Urinbehälter und Eimer nicht sehr weit auseinander stehen dürfen, weil dann Flüssigkeit nach unten durchlaufen kann, wenn Frau mal nicht richtig „trifft“. Aber wie sagte ein uns einstmals bekannter Schreiner anno 2019: das sind nur minimale Anpassungsarbeiten. Nachdem wir das dann korrigiert haben, läuft alles dahin wo es hinlaufen soll! Heureka! Und so haben wir dieses langwierige Problem noch im alten Jahr gut lösen können. Hierzu wird es jedoch noch mal einen genaueren Blogbeitrag geben.

Trockentrenntoilette mit Tiny innenleben

Das neue Innenleben unserer Trockentrenntoilette. Simpel und gut. Hier stehen allerdings der Urinbehälter und der Feststoffeimer noch zu weit auseinander.

Tonne im Meer

Die Toilette ist nun fertig und unsere Abwassertonne kann im Meer gründlich gereinigt werden. Danach noch mit Essig abreiben und spülen und sie ist wieder wie neu.

Wir haben unser Kühlmöbel im Griff – mit Klopfzeichen


Wir haben mittlerweile gelernt. Nämlich, dass man unseren Kühlschrank „ausklopfen“ und somit vom „zu-lange-laufen-und-ständig-neu-starten“ abhalten kann. Da oben, zwischen Lichtschalter und Thermostat. Das bleibt auch so, als wir das Thermostat noch mal tauschen. Und da der Lichtschalter im Kühlmöbel ebenfalls seit letztem Sommer manchmal nicht tut, was er soll, wird hier wohl irgendwo der Fehler seiner vielen Neustarts liegen. Allerdings warten wir noch, bis wir das Teil ausbauen. Bis wir Ersatz haben. Sicher ist Sicher. Noch haben wir jetzt ja ein sicheres Mittel um ihn vom ständigen Neustarten abzuhalten. Und gekühlt wird ja weiterhin völlig einwandfrei.

Black Pearl mit Blume

Wenn man an einem schönen Ort etwas Ruhe hat, erledigen sich lange liegengebliebene Dinge fast von allein.

Es geht weiter – Zur Werkstatt


Nachdem unsere Freunde bereits vorgefahren sind, machen wir uns nun auf den Weg in Richtung Kalamata. Denn dort befindet sich auch eine LKW-Werkstatt, die wir wegen unserer leuchtfreudigen Differentialsperren-Lampe anfahren wollen. Die erste Werkstatt kann uns nicht weiterhelfen, schickt uns aber freundlicherweise zu einer anderen Werkstatt weiter, die genau weiss, was hier zu tun ist. Wie erwartet ist es wohl nur eine Kleinigkeit. Und weil wir schon mal da sind, lassen wir der Hübschen auch gleich noch etwas LKW-Wellness in Form von Abschmieren zukommen, bevor wir zu unserem neuen ruhigen Strandplatz zurückkehren, wo unsere Freunde sind.

Differentialleuchte

Die kleine Warnlampe für die hintere Differentialsperre wollte einfach nicht aufhören zu leuchten.

Werkstatt in Kalamata

 Willkommene Hilfe in der Werkstatt in Kalamata.

Ein neuer ruhiger Strand, seltsame Typen und keine schöne Gegend zum Spazierengehen


So vergehen die Tage am Strand und wir schmieden neue Pläne für die nächste Zeit. Dazwischen lernen wir, wer hier alles so herkommt: Ein paar motivierte Angler in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die freundlichen deutschen Mädels mit dem Motorroller, die hier jeden Tag zum Baden anlanden. (Brrrr!!). Viele viele braun gescheckte freundliche Hunde mit Schlappohren, die immer wieder mal vorbeischauen und schließlich zwei arabisch aussehende junge Männer die hier fast täglich mit einem Pickup herkommen um jede Menge Staub aufzuwirbeln und dann wieder abzufahren. Davon, dass sie höchstens fünfzehn Jahre alt sind, will ich gar nicht anfangen.

Befremdliches Balzverhalten

Heute nun allerdings treffen die Jungs bei ihrem Besuch auf die sich am Strand sonnenden Mädels, stellen sich mit ihrem Pickup genau davor und….starren. Nähern sich. Machen komische Pfeifgeräusche, so als wollten sie ein Tier zu sich locken. Nähern sich weiter. Starren noch mehr. Der eine setzt sich keinen Meter entfernt von den jungen Frauen an den Strand, sagt aber kein Wort zu ihnen. Währenddessen der andere am Auto steht und nach wie vor diese befremdlichen Pfeifgeräusche macht .(Nein, nicht wie die Italiener in den Siebzigern!) Um dann mal eben einfach so mit seinem Handy ungefragt ein Foto von der Situation am Strand zu machen. Wir beobachten das bizarre Schauspiel von drinnen und sehen schon an der Körpersprache der beiden jungen Frauen, dass sie sich so gar nicht mehr wohlfühlen bei all der plötzlichen „Aufmerksamkeit.“

Und als wir aus der Tür treten, weil uns plötzlich gerade danach ist, tritt der der eben noch so dicht daneben saß, den sofortigen Rückzug an. Fast im selben Moment bitten uns die jungen Frauen, die beiden „Herren“ des Platzes zu verweisen. Das können wir nachvollziehen und kommen der Bitte nach, woraufhin die Jungs dann mit durchdrehenden Rädern und nicht ohne noch eine letzte Staubwolke aufzuwirbeln, abfahren. Eine seltsame, unangebrachte und nicht zuletzt unangenehme Erfahrung, bei der wir nicht anders können, als an die doch leider mittlerweile allzu oft ähnliche Situation von Frauen in Deutschland zu denken.

Denn diese Jungs hier sind zum Glück noch jung, höchstens fünfzehn Jahre alt. Wahrscheinlich sind sie stark gelangweilte Erntehelfer bei der hierzulande gerade überall stattfindenden Olivenernte. Aber was ist, wenn sie älter werden? Bleibt es dann beim Starren und den seltsamen Vogelrufen? Wir mögen uns das nicht weiter vorstellen….Nur eins sei noch gesagt: Jemanden kennenzulernen funktioniert anders. Und die Meldungen in den deutschen Medien sprechen leider eine allzu deutliche Sprache über derlei Vorfälle. Wehe, wenn sie losgelassen…

 

Spazieren gehen oder Spießrutenlauf?

Wie immer wollen Luna und ich bei einem Spaziergang die nähere Umgebung erkunden. Selbst im Industriegebiet in Oradea haben wir das so gemacht. Hier jedoch macht es irgendwie keinen wirklichen Spaß. Da ich zum nächsten Ort durch einen Fluss waten muss, trage ich den Strand hinunter meine Sandalen, die sich binnen kürzester Zeit mit pieksigem Gestein füllen. Aua. Wir nehmen also die kleinen Straßen hinter dem Strand für den Rückweg, doch für Luna ist es eher ein Spießrutenlauf. Hinter jedem einzelnen Zaun lauern Hunde, die uns wohl am liebsten fressen wollen. Entspannt ist das jetzt nicht wirklich. So lange wir hier sind, werde ich auf eine Wiederholung also wohl eher verzichten. Es geht demnächst aber wieder weiter, so dass dieser Umstand nicht wirklich ins Gewicht fällt.

 

Stay tuned

Ein ruhiger Strand

Ein ruhiger Strand bei Kalamata. Fast jedenfalls…

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