Jungfernfahrt mit Hindernissen

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Heute nun ist es soweit. Wir haben fertig. Die Jungs von 4wheel24 haben fertig. Es kann losgehen.

So richtig trauen wir „dem Braten“ noch nicht, denn am Ende nun ist alles dann irgendwie gefühlt zu schnell, zu glatt gegangen, als dass es tatsächlich sein kann.

Wie dem auch sei, heute ist der Tag angebrochen. Und wir verlegen uns darauf, die letzten Kleinigkeiten vorzubereiten, bevor die Segel gesetzt werden können.

Test 1: Die Sache mit dem Luftdruck


Beim Befüllen der Reifen wurden ebendiese zunächst mit einem Luftdruck von 6 bar befüllt.

Heute möchte ich diesen Luftdruck auf komfortable 5 bar reduzieren. Ist ja keine große Aktion.

Also ein Manometer angeschlossen und Luftablassen, das geht schnell.

Erster Reifen: Check

Zweiter Reifen: Check

Dritter Reifen: Manometer abgezogen…… es zischt aus dem Ventil.

Geistesgegenwärtig realisiere ich, dass das so bestimmt nicht sein soll. Manometer aufgesteckt, alles dicht, runtergezogen = zischen.

Und so frage ich erst einmal um Rat, da ich mit diesem Phänomen keine Erfahrung habe.

Ach, nicht schlimm, da ist nur etwas Wuchtpulver ins Ventil gelangt, das haben wir gleich.

Etwas Luft hineingepumpt und … schwups… ist das Ventil wieder dicht. Check

Vierter Reifen: Es zischt beim Abziehen des Manometers. Nun habe ich ja gelernt, was in diesem Falle zu tun ist und puste etwas Pressluft durch das Ventil hinein.

Es hilft…. nicht. Es zischt nach wie vor.

Wenig später stellt sich heraus, dass das Ventil defekt ist und so wurde es gegen ein anderes ausgetauscht.

Nun sind alle vier Reifen luftdruckgemindert und dicht. Check

Test 2: Satter Sound beim Auspuff


Ich freue mich schon, dass es jetzt losgehen kann,, da kommt der Jörg auf mich zu und sagt mir: Ich muss noch kurz mal etwas beim Auspuff schweißen, da ist am hinteren Topf ein Loch drin.

Oh nein, meine ich, möchte ich doch auf den satten Blubbersound nicht verzichten.

Nach einigem Hin- und Her lasse ich mich doch erweichen und so schnappt sich Jörg ein Schweißgerät und schließt das Loch und beendet den tiefen satten Sound. Schade.

Test 3: Es klappert


Jetzt ist es aber an der Zeit, endlich loszufahren. Meinen wir.

Und so fahren wir fröhlich zum Abschiede hupend von dannen. Na ja, was soll ich sagen, nach einigen 100m stellen wir noch auf dem Werksgelände ein schepperndes Geräusch fest.

Das war vorher noch nicht da. Ganz bestimmt.

Bei einer Überprüfungsfahrt hört das auch der liebe Clemens und spricht mich damit vom Vorwurf des Hypochonderismus frei.

Schwups bildet sich eine Menschentraube aus Fahrzeugspezialisten um unsere Pearl und versucht, die Ursache für die Geräusche zu ermitteln, was auch recht schnell gelingt.

Erst seit wenigen Tagen haben wir 500Liter Frischwasser an Bord und sind dementsprechend etwas schwerer, als die Wochen zuvor.

Dieses Mehrgewicht führt dazu, dass sich der Abstand zwischen den hinteren Parabelfedern und den Anschlagbolzen (keine Ahnung, ob die so heißen) am Fahrgestell auf ein Minimum ausgedehnt hat.

Vorher, mit etwas weniger Gewicht, lagen die Parabelfedern direkt an den Anschlagbolzen an, hätten wir mehr Gewicht, wäre der Abstand größer.

Doch jetzt, bei unseren etwa 10,5 t Reisegewicht (vollbeladen) führt dieser geringe Abstand dazu, dass sobald die Blattfedern einfedern (was sollten Federn auch sonst machen?) die Parabelfedern gegen diese Anschlagbolzen knallen und diese blöden Geräusche verursachen.

Nun wurde eine kurze Beratungsrunde einberufen und nach dem Abwägen mehrerer Möglichkeiten DIE Lösung für unser Problem gefunden.

Flugs wird für jede Fahrzeugseite ein Stück Metall geformt, worauf eine haltbare Hartkunststoffplatte aufgebracht wird.

Dieses Gebilde wird nun zwischen Blattfeder und Anschlagbolzen auf die Blattfeder geschweißt und gewährleistet nun, dass die Parabelfedern formschlüssig am Anschlagbolzen anliegen und das Geräusch somit nicht mehr auftritt.

Es ist schon toll, miterleben zu dürfen, wie unbekannte technische Probleme professionell und das noch in kurzer Zeit erkannt, gelöst und umgesetzt werden.

Einmal mehr: Vielen Dank an das tolle Team von 4wheel24.de.

Nun gehts aber endgültig los


Nachdem nun alle Reifen dicht sind, der Auspuff zwangsentsoundet wurde und nichts mehr klappert, geht es endlich endlich los.

Noch kurz ein paar Fotos gemacht, Tobi, dem Chef vom Ganzen in gebührendem Corona-Abstand für seine Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft aber insbesondere für die tolle Pearl gedankt (Ihr habt hier ganze Arbeit geleistet!!) und schon gehts auf die Piste.

Rauf auf die Bahn. Doch nach einiger Zeit wird der Sonnenschein vom Regen und dieser von Wolkenbrüchen abgelöst, so dass der Fahrspaß dann bei blendendem Gegenverkehr in der Dunkelheit noch „Luft nach oben“ hat.

Doch bereits am nächsten Morgen werden wir vom satten Grün angelächelt, welches wir lange Zeit haben vermissen müssen.

Alle Gedanken an die teilweise doch beschwerliche Fahrt sind plötzlich vergessen.

Unser Abenteuer beginnt also jetzt und wir werden dich daran teilhaben lassen.

Versprochen.

Stay tuned….. es bleibt spannend.

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