Gebrochene Steckachse

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Den heutigen Tag haben wir so richtig schön vor geplant. Zunächst werden wir losfahren und unsere Wassertanks wieder auffüllen. Danach werden wir ein bisschen frisches Obst und Gemüse besorgen und Dinge, die man auch noch benötigt.

Hinterher werden wir dann gemütlich essen gehen. In der Mitte von Portugal. In Ponte de Sor.

Wir hatten nämlich vor einigen Wochen hier in der Nähe ein richtig nettes Restaurant aufgetan, wo wir uns wieder kullinarisch verwöhnen lassen wollen.

Wir verlassen also den netten Platz, an dem wir schon seit einiger Zeit stehen und erleben beim Einbiegen in die Hauptstraße eine böse Überraschung. Es macht einen Schlag irgendwo im Motorraum / Getriebe und wir können nicht weiterfahren. Trotz eingelegtem Gang gibt es keinen Kraftschluß zu den Rädern mehr. Nur mit Allradantrieb können wir noch einige Meter zurücklegen und uns auf einen Parkplatz direkt vor dem örtlichen Gemeindebüro retten.

In radebrechtem Sprachgewirr aus englisch, nichtvorhandenem portugiesisch vermischt mit vielem Lächeln und unzureichender Gebärdensprache bitten wir um Hilfe und sogleich kümmert sich eine super nette Angestellte des örtlichen Gemeindebüros um uns und ordert zwei Mechaniker aus dem Ort, die uns zwar mechanisch nicht weiterhelfen können, aber immerhin der englischen Sprache mächtig sind und uns an eine LKW-Werkstatt in Ponte de Sor verweisen und auch sogleich telefonisch den Kontakt herstellen.

Und bereits kurze Zeit später steht ein LKW-Mechaniker auf der Matte, dem wir unser Problem zeigen. Wir tuckeln vor ihm die 15 km bis zur Werkstatt her und dort wird erst einmal Fehlersuche betrieben.

Ein Problem wird schnell gefunden:

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Unsere hintere rechte Steckachse ist gebrochen. Einfach gebrochen. Unglaublich!

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Wie konnte das nur passieren?


Nachdem wir einige Zeit Fehlerursachenerforschung betrieben haben, ist die wahrscheinlichste Situation folgende:

Vor einiger Zeit bemerkte ich, dass die Kontrollleuchte des Sperrdiffentials morgens beim Motorstart nicht mehr kurz aufleuchtete. Ich plante, demnächst für Ersatz zu sorgen, erachtete diesen Fehler allerdings in meiner unglaublichen Weisheit als ziemlich unbedeutend, denn immerhin schalten wir das Differential ja über einen Zugschalter pneumatisch hinzu. Und wenn es nicht mehr eingeschaltet ist, kommt eine Klappe davor. Daher kann man immer sehen, ob es eingeschaltet ist, oder nicht.

Soweit die Theorie.

Bei unserer vorletzten Fahrt mussten wir auf einem sehr schmalen Weg in den unbefestigten Seitenbereich fahren, um einer Baumaschine Platz zu machen. Heraus ging es nur noch rückwärts mit Allradantrieb und Differentialsperre.

Vermutlich ist das Differential aus irgendeinem Grund hinterhier nicht mehr ausgeschaltet (Trotz Eindrücken des Pneumatikschalters)

Und da ich die defekte Kontrollbirne noch nicht ersetzt hatte – das war ja schließlich nicht so wichtig – bekam ich auch keine optische Warnmeldung und fuhr offensichtlich die ganze zeitlang mit gesperrtem Differential.

Weitere Fehlersuche


Zurück zur Realität gelingt es unserem Mechaniker ziemlich schnell, die abgebrochene Steckachse herauszuholen.

Glück gehabt. Zumindest wahrscheinlich, denn er hat ein langes Rohrstück auf den in der Achse verbleibenden Teil aufgesetzt und es etwas draufgeschlagen, um dann erfolgreich das gebrochene Reststück herauszuziehen.

Anschließend versuchen wir, nur das äußere Teilstück der Achse einzusetzen. Es entstehen aber immer noch merkwürdige Geräusche.

Also auch die zweite (die linke) Achswelle ausgebaut. Und nein, wir haben aus Unwissenheit das Differential nicht gesperrt, wodurch vermutlich etwas ins Innere gefallen ist.

Nun ist guter Rat teuer


Einige Telefonate werden geführt, einige SMS geschrieben und ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich für die vielen Infos und Ratschläge bedanken.

Insbesondere ist wieder einmal der Willi der Retter in der Not.

Per Ferndiagnose und Fernanleitung finden wir die hoffentlich bis Deutschland reichende perfekte Lösung für unser Problem.

Hoffentlich die perfekte Lösung bis Deutschland


Und die sieht so aus:

  1. Antriebsachse links ausbauen, einen Stopfen in das Rohr hineinstecken, eine Abdeckkappe zum Verschluß konstruieren und alles wieder festzurren
  2. Antreibsachse rechts: Teilstück einbauen
  3. Antriebsstrangstück zum Differential ausbauen, damit das Differential nicht mehr mitläuft
  4. Allrad einschalten und mit den angetriebenen Vorderrädern nach Deutschland tuckeln, hierbei immer die Temperatur der Achsgelenke im Auge behalten.
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An dieser Stelle möchten wir auch noch einmal dem Herrn Mechaniker recht herzlich danken.

Es ist unglaublich, welche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft uns hier entgegengebracht wird.

Hier wird noch improvisiert und unmögliches möglich gemacht.

Warum wir nicht versuchen, hier eine neue Steckachse einzubauen?


Wir haben hin- und herüberlegt.

Wenn wir uns jetzt um eine neue Steckachse kümmern, müssen wir zum einen den Transport organisieren und zum anderen vorher sichergestellt haben, dass das Differential nicht defekt ist.

Das werden wir hier in der Werkstatt nicht machen können.

Also werden wir versuchen, nach Deutschland zu kommen und dort das Differential auf Funktionsfähigkeit hin überprüfen und uns dann vor Ort um eine Ersatzsteckachse kümmern.

Und wie gehts jetzt weiter?


Wir sind erst einmal wieder zurückgefahren zu unserem schönen Platz am Wasser und werden hier noch einige Wochen „ausharren“ (wie das klingt, bei 19 Grad und vollem Sonnenschein tagsüber / T-Shirt-Wetter).

Und vermutlich werden wir dann beim Erreichen der Vorräte so langsam lostuckeln.

So Anfang / Mitte März.

Denn zur Zeit ist es uns in Deutschland einfach noch zu kalt.

Stay tuned…. es bleibt spannend.

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