Kaminofen im Wohnmobil

Der Kaminofen im Wohnmobil Teil 3 – Der Schornsteinkopf und unser Fazit

  |   Ausbauberichte, Technik

Nachdem wir im ersten Teil der Reihe Kaminofen im Wohnmobil den Einbau des Ofens und im zweiten Teil den Aufbau des Schornsteins und der Außenluftanlage beschreiben, wird es in diesem Teil um den Aufbau des Schornsteinkopfes und um grundsätzliche Gedanken zum Heizen mit dem Kaminofen, speziell im Wohnmobil gehen: Um den Schornsteinkopf und unser Fazit.

Noch bereits während der Ausbauphase stellen wir fest, dass etwas Wasser auf dem Ofen steht, wenn es regnet. Zunächst haben wir die Schornsteindurchführung in Verdacht und vermuten hier eine unzureichende Abdichtung. Also ziehen wir vor dem nächsten Regenguss eine Plastiktüte über das Schornsteinendrohr und stellen fest, dass kein Wasser mehr hineinläuft.

Also muss sich der Regen seitlich unterhalb der Abdeckung hindurchgeschlichen haben.

Kaminofen im Wohnmobil

 

Absenkung der oberen Abdeckung


 

 

Die obere Kappe ist ja mittels dreier Stege am Endrohr befestigt.

 

Kaminofen im Wohnmobil

 

Und so denke ich mir, es sei vielleicht ganz zweckmäßig, diese Stege durchzubiegen um dadurch die Kappe weiter nach unten zu bringen, damit der Spalt zwischen Kappe und Rohr geringer wird.

Gemacht – getan.

Das klappt auch ganz einfach. Allerdings stellen wir einen Monat später in Portugal fest, dass sich zwei der drei Stege im Biegebereich „kaputtgerüttelt“ haben, sie sind einfach nicht für kontinuierliche Bewegungen konzipiert.

Ich habe daraufhin das Endstück des Schornsteins abgenommen, die Stege entfernt, die Abdeckkappe gebogen und beidseitig ans Ofenendrohr angeschraubt. Nun ist es dicht und kann sich auch nicht mehr lockern.

Kaminofen im Wohnmobil

Jetzt ist alles dicht und es tröpfelt kein Wasser mehr durch das Ofenrohr auf den Ofen.

 

 

Zieht der Kaminofen im Wohnmobil denn überhaupt bei einem solch kurzen Ofenrohr?


 

Ja, diese Frage haben wir uns auch schon vorher gestellt.

Allerdings fließen noch andere Überlegungen in unsere Entscheidung, das Ofenrohr eben so zu gestalten, wie wir es getan haben, ein.

Schornstein senkrecht nach oben?

Am strömungsgünstigsten ist natürlich ein langer Schornstein, der senkrecht nach oben führt. Das hätte jedoch bedeutet, dass wir das Ofenrohr durch den abgeschrägten Bereich des Daches hätten führen müssen.

Wir haben uns bei Schornsteinfachbetrieben in Hannover schlaugefragt, doch niemand wollte/konnte uns eine Lösung hierfür anbieten, die definitiv dicht ist. Darum haben wir diese Variante verworfen.

Schornstein zwar nach hinten ausführen, aber wesentlich länger gestalten?

Auch diese Variante haben wir angedacht. Allerdings hätten wir dann ein einsam stehendes Ofenrohr gehabt, welches

  • bei schrägem Sonneneinfall die Solarmodule beschatten
  • an jedem Baum hängenbleiben und
  • den Schornstein abreißen würde

Auch ein Abnehmen während der Fahrt ist keine Option, denn zum einen hätten wir das Ofenrohr dann wieder abdichten müssen und zum anderen ist es derart schwergängig, dass man es nicht mal so eben abnehmen kann.

Bleibt also nur noch die jetzt verbaute Variante übrig.

 

Der Kaminofen im Wohnmobil: Wie zünde ich bei kurzem Ofenrohr richtig?


 

Meistens reicht es aus, mit genügend Hitze durch die Anzünder den „Kältepfropf“ zu vertreiben, um den Schornstein dazu zu bewegen, gut zu ziehen.

Aber manchmal, ja manchmal da will er einfach nicht und man verballert richtig viel Anzünder, bis das Feuer endlich brennt. Das mag zum Teil auch der Tatsache geschuldet sein, dass die hier in Portugal erhältlichen Holzbriketts teilweise wohl noch eine eher große Menge Restfeuchtigkeit beinhalten sollen. Aber natürlich wird auch die Schornsteinform das Ihre dazu beitragen. Insbesondere wenn der Wind seitlich in die Schornsteinöffnung hineinbläst, wird ein Anzünden schwierig.

Doch, wie heißt es so schön… Irgendwas ist immer!

[Update Januar 2019] Wir haben jetzt den für uns besten Workflow zum Anzünden des Ofenfeuers herausgefunden:

Als Unterlage ein Stück Pappe nehmen.

Hierauf zwei Handvoll Brennpellets positionieren

Darauf ein Stück brauner Anzünder (Holz mit Wachs)

Darauf ein Stück weißer Anzünder (brennt viel heißer)

Darum herum 3 Stück jeweils 1/3 Holzbriketts verteilen. Diese lassen sich ganz leicht mit einem Hammer teilen.

 

Heizen mit dem Kaminofen im Wohnmobil, reicht denn das aus?


Auch hier ein klares JEIN.

 

Wir haben uns vier Schamottesteine aus dem Baumarkt zugelegt, die wir einfach auf dem Ofen platzieren um die die Wärme aufzunehmen, zu speichern und später, nachdem der Ofen bereits kalt ist, noch abzugeben. Das klappt ganz gut und hält die Wärme deutlich länger.

Auch steht auf unserem Ofen ein Ofenventilator, der keinen Fremdstrom benötigt, sondern von alleine seine Tätigkeit aufnimmt, sobald der Ofen warm genug ist. Hierdurch bildet sich im Bereich des Ofens kein Hotspot und die Wärme wird gleichmäßig im Raum verteilt.

Wir haben uns für einen Kenley Ofenventilator entschieden und sind damit super zufrieden*.

 

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Man merkt deutlich den Unterschied. Allerdings muss man beim Benutzen der oben beschriebenen Schamottesteine etwas länger warten, bis der Ventilator startet, da die Steine ja erst heiß werden müssen.

Während der Holzofen brennt, herrscht eine total schöne Wärme, die teilweise durch das Öffnen von Tür und Fenstern sogar abgeführt werden muss, weil es uns sonst zu warm wird. Diese Wärme möchten wir nicht mehr missen, zumal wir ja keine andere Heizung an Bord unseres Steyr 680 haben.

Allerdings hat das Heizen mit dem Holzofen auch einen Nachteil. In Wohnmobilen, die nicht so richtig gut wärmeisoliert sind, verflüchtigt sich die Wärme im Laufe der Nacht. Unser Steyr ist zwar an allen Wänden gut mit 38mm Armaflex gedämmt,

 

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die Tür und die nicht isolierten Schiebefenster jedoch bilden Kältebrücken und gegen Morgen wird es – bei kalten Außentemperaturen – auch im Inneren unseres Wohnmobiles „lausig kalt“. Denn bei 11 Grad oder so bleibt man mit der Nase lieber unter der Bettdecke, als aufzustehen.

 

 

Safety First – Sicherheitshinweis


Wie sicherlich jedem geneigten Leser bekannt ist, entstehen beim Verbrennen von Holz und Kohle Nebenprodukte.

Eines davon ist das gefährliche Kohlenmonoxid, chemische Formel CO.

Kohlenstoffmonoxid ist ein farb-, geruch- und geschmackloses sowie toxisches Gas. Es entsteht unter anderem bei der unvollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Stoffen bei unzureichender Sauerstoffzufuhr. Das Gas ist giftig, da es viel stärker an Hämoglobin bindet als Sauerstoff und so den Sauerstofftransport durch das Blut unterbindet. Die Kohlenstoffmonoxidintoxikation ist häufig ein Teilvorgang der Rauchgasvergiftung; sie kann innerhalb kurzer Zeit tödlich sein.

Und da wir hier auf engem Raum mit einem Holzofen zusammenwohnen und man ja nie ausschließen kann, dass nicht vielleicht irgendwann aus irgendwelchen Gründen die Verbrennung unzureichen sein könnte und Gas ins Womo-Innere gelangt, haben wir uns zwei Melder zugelegt.

Zum einen einen Kohlenmonoxidmelder. Wir haben uns für ein Produkt von Fa. Ei Electronics entschieden, da wir mit deren Rauchmeldern in der Vergangenheit gute Erfahrung gemacht haben.

Zum anderen haben wir zusätzlich einen Rauchmelder angebracht

Mit dieser Kombination wähnen wir uns auf der sicheren Seite.

 

 

Würden wir wieder den Globefire Pluto im Wohnmobil einbauen?


Hierzu ein ganz klares Ja. Der Globefire Pluto ist ein toller Ofen, der ordentlich einheizt. Man kann ihn gut sauberhalten und er nutzt als einer der wenigen Öfen Außenluft zum Verbrennen.

Allerdings… ja allerdings werden wir beim Umstieg in unser neues Fahrzeug nach jetzigem Planungsstand wohl komplett auf ein Dieselheizungskonzept umsteigen und uns vom Holzofen verabschieden.

stay tuned… es bleibt spannend

 

Wir sagen Danke

 

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