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Autobahn oder Landebahn

  |   Irgendwas ist doch immer, Portugal   |   No comment

Irgendwas ist doch immer. In diesem Beitrag wirst Du erfahren, warum wir Portugal verlassen, warum es heißt Autobahn oder Landebahn und wie wir letztendlich am Mittelmeer landen.


Warum wir Portugal verlassen haben


Wie die geneigte Leserin oder der geneigte Leser, also wahrscheinlich Du, bereits aus den letzten Beiträgen entnommen hast, wurde die Liste mit den Aufzeichnungen über das schöne Wetter an unserem Stausee immer … übersichtlicher. Und auch die nächsten 14 Tage, so sagt es zumindest unsere Wetterapp voraus, soll keine deutliche Besserung in Sicht sein.

Darum haben wir uns mal „in der Nähe“ umgesehen und festgestellt, dass es an der spanischen Mittelmeerküste, ab Almeria so richtig schön bleiben wird. Temperaturen jenseits von Gut und Böse. Zumindest für deutsche Verhältnisse. Und da wir noch einige Tage Sonnenschein abgreifen wollen, bevor wir uns auf die lange und mühsame Rückreise in Richtung Deutschland aufmachen werden, fällt alsbald die Entscheidung, Portugal hinter uns zu lasssen.

Deswegen trennen sich auch die Wege von liebgewonnenen Freunden für eine Weile.


Wieder einmal Odeceixe


Unsere Wege führen uns nun weiter nach Odeceixe, wo wir von der Tierärztin die Tollwut-Titerbestimmung von Luni abholen. Leider hat das am selben Tag nicht mehr geklappt, so dass wir eine Nacht auf dem Stellplatz oberhalb der Klippen verbringen.

Die Location lädt förmlich zum Spazierengehen und Fotografieren ein.

Am nächsten Mittag nun, nachdem wir das Dokument und die Eintragung im Heimtierpass erhalten und Luna nun auch wieder in die EU einreisen darf, ziehen wir weiter und besuchen noch mal Tanja und Andre. Der Weg dahin war recht abenteuerlich. An und für sich haben wir keine Probleme mit engen Ortsdurchfahrten, denn das Fienchen kann sich – wie auch ein allseits bekannter Bus aus einem allseits bekannten Harry-Potter-Film – recht schlank machen, wenn es denn sein muss.

Allerdings befahren wir auch einen Ort mitten im Gebirge, dessen Namen wir uns absichtlich nicht gemerkt haben. Auf Einbahnstraßen. Auf abschüssiger Straße. Die Straße wird immer enger, die geparkten Autos, die der gemeine Portugiese gerne mal so abstellt, wie es für ihn am praktischsten ist und die überstehenden Hausecken mit den tiefhängenden Balkonen machen diese Durchfahrt derart eng, dass an einer Kurve links und rechts nur jeweils 2 cm Platz verbleiben. Das Fienchen hätte kein bischen wackeln dürfen, sonst wäre es zu einem Crash gekommen. Zurück geht es, wie beschrieben nicht, also Augen zu – und durch.

Nachdem wir das glücklich geschafft haben, fahren wir nördlich des Monchique-Gebirges zu unserer Stippvisite, wo wir einen sehr netten Abend verbringen dürften.

Adeos Portugal – Hola Espana

Am nächsten Morgen, es hat die ganze Nacht geregnet, brechen wir, deutliche Spuren im Schlamm hinterlassend auf und fahren Richtung Spanien.


Autobahn oder Landebahn


Wir kamen auch recht schnell voran, doch irgendwann hinter Sevilla beschließen wir, die Fahrerei für diesen Tag zu beenden und Lyggie find einen tollen Stellplatz in ruhiger Lage. Zumindest laut Stellplatz-App. Ich weiss nicht, was die Beschreiber dieses Platzes geraucht haben, aber der Stellplatz ist alles andere, jedoch nicht ruhig. Er liegt ungeschützt etwa 50 m von der Autobahn entfernt und man hätte ihn vom Geräuschpegel her auch zwischen den Mittelleitplanken verorten können. Also beschließen wir, im strömenden Regen weiterzuziehen.

Und so machen wir uns auf den Weg und verlassen den kleinen Ort in Richtung Botanik und biegen irgendwann in einen beschotterten Feldweg mitten in eine Olivenhainplantage ab. Diesem Feldweg folgen wir über diverse Pfützen hinweg, bis wir endlich eine Wegkreuzung finden, die es uns erlaubt, dort über Nacht stehen zu bleiben und noch eventuelle Traktoren oder Ähnliches vorbeizulassen. Es ist schon fast dunkel und wir rechnen nicht mehr mit gar zu vielen Traktoren 🙂

Mittlerweile regnet es nicht nur, auch der Sturm hat angefangen, sich so richtig zu entfalten. Zum Glück kommt er von vorne, da bemerkt man ihn im Fienchen nicht wirklich.

Doch als es dann stockdunkel wird, kommen zugleich mit den Sturmböen sehr laute Geräusche auf, die wir nach einiger Zeit als Flugzeuglärm identifizieren können.  Landende und/oder startende Flugzeuge. Ein Blick in die Karte bestätigt unsere Befürchtung. (Der rote Kreis markiert unseren Übernachtungsplatz).

Und so haben wir die ganze Nacht lang Spaß. Geschätzt alle 15 Minuten startet oder landet eine Militärmaschine. Natürlich fragt man sich, warum die das Nachts machen. Wahrscheinlich soll das Ganze nicht wirklich bekannt werden? Pünktlich zur Morgendämmerung hört der Spuk dann auch auf. Und wir machen, dass wir wegkommen, denn man weiß ja nie…. ein Militärfahrzeug in Tarnfarben in der unmittelbaren Nähe eines von den US-Streitkräften genutzten Militärstützpunktes. Es wundert uns, dass niemand schwerbewaffnet an unsere Tür geklopft und uns zwei benachthemdete alte Weiber und einen müden Hund aus dem Schlaf gerissen hat.

Heute nun verlassen wir den gastlichen Olivenhain und fuhren ziemlich früh los, noch nicht ahnend, dass wir unser vages Tagesziel tatsächlich erreichen sollten.


Almeria


Am frühen Nachmittag erreichten wir ziemlich erledigt, aber mit voller Batterie einen ganz netten Stellplatz direkt am Mittelmeer, wo es zur Feier des Tages erst einmal Bratkartoffeln aus der Heißluftfritteuse gibt. Danach ist die Batterie nur noch halb voll 🙂

Stay tuned… es bleibt spannend

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