Auf der Flucht Pernoita

Auf der Flucht

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Gar lustig ihist das Cääämperleheben, Fahria-Fahriah-Ho

Was für ein blöder Spruch. Nein, es ist bei weitem nicht immer alles so lustig, wie es vielleicht klingen mag. Und davon möchte ich heute erzählen…

Auf der Flucht…..mehr oder weniger. Auf der Flucht vor Menschen. Denn alles hat seine Zeit. Auch Jubel, Trubel und künstliche Heiterkeit. Doch dieses Zeit ist nicht jetzt. Nicht bei uns. Definitiv nicht.

Alles fing eigentlich ganz harmlos an. Wir standen mehrere Wochen (mit Unterbrechung) an einer wunderbaren einsamen Stelle direkt hinter den Dünen. An einer Stelle, von Natur umgeben, an einem Kieselsteinstrand, die Sonnenanbeter abhaltend und uns unsere Ruhe gewährend.

Gegen Ende dieser sehr schönen Zeit machten wir auch noch einen Ausflug zum…

Castro de São Lourenço


Wir besichtigen die Siedlung aus der Bronzezeit und halten die Eindrücke in diesem kleinen Video fest.

 

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Kloster

Im Anschluss daran entschließen wir uns, noch mal ins Landesinnere zu fahren, da wir uns so langsam auf den Weg nach Süden machen wollen, zumal der Herbst so ganz langsam im Norden Portugals Einzug hält.

Als Ziel haben wir uns einen kleinen Ort ausgeschaut, welcher über landschaftlich schön gelegene Straßen prima zu erreichen ist, wenngleich er etwas weiter im Inland liegt.

Souselo. Hier waren wir vor einigen Wochen schon einmal und haben ihn als sehr wenig frequentierten Stellplatz in sehr guter Erinnerung.

Auf der Flucht Souselo

Archivfoto

 

Aber wie das so mit manchen Erinnerungen ist, halten sie manchmal dem Vergleich zur nunmehr eingekehrten Realität nicht stand.

Als wir also dort ankamen, war noch alles leer und wir dachten an nichts Arges. Das jedoch sollte sich bald ändern.

Dunkle Wolken um uns herum


Recht schnell füllen sich alle Plätze um uns herum und auch auf der unteren Ebene standen fünf Wohnmobile in Reih´ und Glied.

Und dann ging es los. Das Palaver. Man unterhält sich ja nicht mehr in einer normalen Lautstäke. Nein, man trägt jetzt eine Maske (Mund-Nase-Bedeckung) und steht zur Sicherheit auch noch mindestens 6 Meter von seinem Gesprächspartner entfernt. Also muss man zwangsläufig deutlich lauter reden, um sein Mitteilungsbedürfnis zu befriedigen.

Auch werden wir von den allermeisten der dort im Freien herumlungernden Freizeitcamper 65+ mit immer dunkler werdenden Wolken umhüllt, da wir uns erdreisten, ohne die schützenden Gesichtsmasken im Freien herumzulaufen. Und wir merken intuitiv, dass wir zunehmend mehr zum Gesprächsinhalt der auf portugiesisch und spanisch geführten Unterhaltungen unserer Mitstellplatzbesucher werden.

Das gefällt uns irgendwie so überhaupt nicht, scheint es uns doch quasi Energie abzuziehen. Wenn wir mal draußen sind, werden wir mit „bösen Blicken“ bedacht und alles in uns „schreit“…. bloß weg hier.

Siebensachen, Weiterfahrt und so


Wir haben beim Ausbau der Black Pearl Wert darauf gelegt, möglicht schnell einen Zustand der Abreisefähigkeit herbeiführen zu können. Und so packen wir kurzentschlossen unsere Siebensachen und fahren zu einem anderen Stellplatz, nur wenige Kilometer entfernt. Castelo de Paiva.

Auf Google-Maps scheint es ein sehr großer Parkplatz zu sein und wir malen uns einen Stellplatz fernab von anderen Menschen aus.

Auch hier ist wieder die Theorie-Realität-Diskrepanz zu bemerken.

Es ist zwar ein riesengroßer Parkplatz (bestimmt für 300 Fahrzeuge), aber der gesamte Platz ist bis auf einen kleinen Bereich am oberen Ende extrem schräg angelegt.

Also bleibt uns dieser kleinere obere Bereich. Ist zwar nicht schön, aber für eine Nacht wird es gehen.

Hier herrscht viel Durchgangs- und Anliegerverkehr, doch irgendwann schläft auch dieser ein.

Aller guten Dinge sind drei……oder auch nicht


Am nächsten Morgen fahren wir weiter, wieder zurück zur Küstengegend, denn wir kennen einen sehr netten Stellplatz, der uns schon einmal im Jahr 2017 Zuflucht geboten hat. Hier, in Pardilho, konnten wir zusammen mit lieben Freunden in Ruhe übernachten.

Auf der Flucht Pernoita

Ein Stellplatz am Ende einer Sackgasse. Mit ca. 10 Stellplätzen. Alle leer.

Wir suchen uns also eine ruhige Parkbucht aus und können hier eine sehr ruhige und angenehm störungsfreie Nacht verbingen.

Auf der Flucht Pernoita

Am nächsten Morgen allerdings kommt ein anderes deutsches Wohnmobil angefahren und versucht zunächst sehr nah bei uns einzuparken.

Wahrscheinlich habe ich es deutlich hörbar von mir gegeben, jenen Satz:

Der ganze Parkplatz ist leer und du musst dich HIERHIN stellen?!

Jedenfalls fuhr er zurück und stellte sich nun zwei Parkplätze weiter hin. Das war okay von der Entfernung her.

Nach kurzer Zeit allerdings kam ein weiteres deutsches Wohnmobil angefahren und unser Freund vom ersten Wohnmobil hatte nichts besseres zu tun, als das zweite Wohnmobil in die Lücke zwischen uns einzuweisen.

Gehts noch? Der ganze restliche Platz war frei und hier muss man sich reinquetschen?

Boah…. irgendwie war nicht unser Tag. Und als dann auch noch das ganze Palaver draussen losgeht, müssen wir das erst einmal mit etwas Entspannungsmusik von alten Männern mit langen Rauschebärten kompensieren.

Aber das Ganze ändert irgendwie nichts an der Gesamtsituation und so packen wir wieder einmal unsere Siebensachen und fahren weiter.

Gastanken – einfach gemacht


Auf unserer Wegstrecke zum nächsten Stellplatz liegt – das wissen wir noch von früher – eine LPG-Tankstelle. Diese steuern wir zunächst an.

Was für ein Service. Der Tankwart holt sogleich ein passendes Adapterstück heraus und schon wird unser Gastank von ihm gefüllt. Klasse Service. Empfehlen wir gerne weiter…Nice

Gastankstelle

Mal wieder Costa de Lavos


Wir sind mal wieder in Costa de Lavos und wollen uns hier in ein paar Tagen mit Freunden treffen.

Also suchen wir uns ein nettes Plätzchen am Rande des Stellplatzes. Die im Wohnmobil lebende Frau mit ihren zwei ständig kläffenden Kleinhunden steht noch immer am selben Platz am wasserseitigen Ende. Viele Plätze, die bei unserem letzten Besuch noch abgeflattert waren, sind nun wieder nutzbar. Insgesamt ist noch viel frei und so finden auch wir einen netten Platz.

Bis zwei Neuankömmlinge mit ihren deutschen Wohmobilen (ich glaube, die verfolgen uns) neben uns im Mittelbereich parken. Zumindest versuchen sie es. Denn es dauert halt etwas, bis man sein Womo so richtig in die (große) Parklücke hineingezirkelt hat. Und bis man dann endlich steht, muss man auch noch ein paarmal vor- und zurückfahren.

Irgendwann scheint auch das geschafft worden zu sein, denn man beginnt, die Markise auszurollen (wir haben allerdings Nebel und die Sonne ist so gut wie nicht zu sehen, aber egal) und die Gartenstühle herauszuholen.

Dann wird sich erst einmal im Kreis gesetzt und lautstark palavert. Und da man ja weit auseinandersitzt und wahrscheinlich schon etwas schwerhöriger ist, hat zwar nicht der gesamte Platz, doch aber die nähere Umgebung, zu der auch wir uns zählen dürfen, etwas von der gesamten Unterhaltung.

Costa de Lavos, Portugal

Aber wir haben uns entschlossen, sowieso nicht allzu lange in Costa de Lavos zu verweilen. So ignorieren wir das Treiben auf dem Stellplatz weitestgehend und freuen uns daran, dass Luna ein wenig neues erschnüffeln kann, denn es sind doch recht viele Hunde hier.

Costa de Lavos, Portugal

Zieht sich in den ersten Tagesstunden eine dichte Nebelsuppe über Costa de Lavos hinweg, löst sich der Nebel im Verlauf des Vormittags auf und die Sonne vermag ihre ganze Kraft zu entfalten und uns wettermäßig wunderschöne Tage zu bereiten.

Costa de Lavos, Portugal

Luna freut sich über die Natur, denn viel gilt es zu entdecken. Und wir freuen uns auf den angekündigten Besuch.

Costa de Lavos, Portugal

Wir verbringen zusammen mit Monika und Stefan einen tollen Tag bis in die frühen Abendstunden hinein und nehmen uns vor, am nächsten Morgen unsere Reise fortzusetzen.

Costa de Lavos, Portugal

Der Abend verwöhnt uns noch einmal mit einem ganz netten Farbenspiel und wir sind gespannt, was die nächste Zeit bringen wird, wie es bei unserem nächsten Ziel aussehen wird, waren wir doch schon lange Zeit nicht mehr dort.

Doch dazu mehr in unserem nächsten Blogbeitrag.

Stay tuned… es bleibt spannend.