Beim Wohnmobil außen Airlineschienen auf GFK anbringen

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Wir wollen bei unserer Black Pearl keine Markise anbringen, denn Kurbel-Markisen passen eher zum Charakter eines weißen Wohnmobiles, denn zu einem „ordentlichen“ Expeditionsmobil.

Aber wir wollen uns trotzdem die Möglichkeit erschaffen, künstlichen Schatten herzustellen, damit frau nicht immer in der prallen Sonne sitzen muss und ständig unter den unangenehmen Folgen eines Dauersonnenbrandes leiden muss..

Da das Mitführen eines normalen Gartensonnenschirmes unzweckmäßig erscheint, werden wir auf ein Tarp, also auf ein Sonnensegel zurückgreifen.

Tarps gibt es in diversen Größen und Materialien. Kunststoff / PVC / LKW-Plane / Baumwolle etc.

Alle haben ihre Vor- und Nachteile.

Früher hatten wir mal ein großes Baumwolltarp. Das konnte man sogar (in einiger Höhe) über einem (kleinen) Feuerchen aufhängen.

Doch das wollen wir nicht mehr und haben uns deshalb für eine sehr leichte Variante entschieden, die unsere rechte Fahrzeugseite zieren soll.

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Mit einer Größe von 2,4 m x 3,0 m wiegt dieses graue Tarp knapp ein halbes Kilogramm, passt aufgrund seiner Farbe ausgezeichnet zum Koffer der Black Pearl und lässt sich im hinteren Bereich zwischen Treppenabgang und Fahrzeugheck prima anbringen.

Auf der Fahrerseite steht uns die gesamte Länge des Kofferaufbaus zur Verfügung, um dort ein Tarp anzubringen.

Hier benutzen wir das bereits vorhandene Tarp, welches wir schon im Fienchen dabeihatten, um uns Schatten zu spenden:

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Mit 4 x 4 m bietet bietet es auch mehreren Gästen ausreichend Sonnenschutz.

Airlineschiene zur Befestigung des Tarps am Kofferaufbau


Da wir, wie oben bereits erwähnt, kein Kurbelgedöns haben wollen, müssen wir die Tarps ja irgendwie am Kofferaufbau der Black Pearl befestigen.

Beim Fienchen hatten wir Augenschrauben in den Seitenwänden angebracht. Dieses hatte sich jedoch als recht unzweckmäßig herausgestellt, weil die Abstände fix waren und nicht verändert werden können.

Das ändern wir jetzt und haben uns Airlineschienen (auch Zurrschienen genannt) angeschafft und heute sogar auch angebracht.

Diese Airlineschienen gibt es in Alufarben und in schwarz. Und möglicherweise auch noch in weiteren Farben, das ist für uns aber nicht relevant, denn schwarz ist die Farbe der Wahl und passt wohl auch am besten zur Black Pearl.

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Wir erhalten also gestern die vier bestellten Schienen samt Endkappen und stehen nun vor dem Problem, ebendiese an unserem frisch lackierten GFK-Koffer zu befestigen.

Zum Glück erhalten wir ein wenig logistischen Support vom lieben Clemens und so ist der weitere Weg klar vorgezeichnet.

Zunächst muss die Farbe wieder runter


Vorab messen wir jedoch aus, in welcher Höhe die Schienen angebracht werden können. Der beste Platz scheint uns knapp oberhalb der Stauklappe zu sein und so zeichnen wir zunächst mit Bleistift den Bereich der künftigen Airlineschiene ein. Danach umkleben wir einen kleineren Bereich in der Mitte mit Kreppband. HIer wird bald die Farbe entfernt, damit der Kleber die Schiene auch auf dem GFK kleben kann.

Diesen etwa 3 cm breiten Bereich müssen wir jetzt also bis zum GFK abschleifen.

Zum Glück können wir auf ein tolles Gerät zugreifen, einen sehr schmalen Bandschleifer, der sich hierfür hervorragend eignet.

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Mit diesem Gerät lässt sich der Lack super abschleifen, doch muss man höllisch vorsichtig sein, damit man nicht unbeabsichtigt auf eine Stelle gerät, wo der Lack – weil Sichtbereich – noch dranbleiben soll.

Sorgfältig schmirgele ich also die Lackschicht im abgeklebten Bereich frei.

Und ich bin froh, dass ich mir eine Atemschutzmaske zugelegt hatte, welche auch die kleinen GFK-Teilchen, die beim Schleifen herumwirbeln, davon abhalten, von mir eingeatmet zu werden.

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Wichtig ist hier, dass es verschiedene Schutzklassen gibt, hier die Wikipedia-Ausführungen dazu.

Jedenfalls ist nach einiger Zeit auch diese Arbeit beendet, der Lack ist ab und wir machen uns ans Bohren der Löcher für die spätere Nietung (gibt es dieses Wort überhaupt?)

Also Schiene anhalten, mit einem Bohrlochmarker die Löcher markieren.

und dann erst klein vorbohren, danach mit einem 5mm Bohrer nachbohren.

Wir benutzen spezielle Nieten, welche sich nicht nur aufpilzen, sondern vorher auch noch spreizen, um eine viel größere Auflagefläche hinter dem GFK zu erzeugen. Diese findet man unter der Bezeichnung Großkopf Presslaschen Blindniete z.B. hier

Reinigen, Schleifen, Reinigen, Primern, Verkleben, Vernieten


Nun kommt wieder der alte Workflow zum Zuge.

  1. Reinigen der Airlineschienen und der von Lack befreiten GFK-Fläche mit Silikonentferner
  2. Anschleifen mit Schleiffvlies
  3. Erneutes Reinigen mit Silikonentferner
  4. Primern zur Vorbereitung des Verklebens
  5. 10 Minuten warten
  6. Aufbringen der „Klebewurst“, wir benutzen schwarzes Sikaflex 252
  7. Einbringen vom Sikaflex in die Bohrlöcher, damit hinterher auch alles dicht bleibt
  8. Anbringen des Schiene am Koffer, einstecken der Nieten
  9. Festnieten

Wir haben das Glück und können auf ein Akkunietgerät zugreifen, welches uns die Arbeit sehr sehr vereinfacht. Danke an dieser Stelle für all die sich uns bietenden Möglichkeiten.

Die nächsten Tage wird dann noch oberhalb der Airlineschienen eine Sika-Naht gezogen, damit kein Wasser eindringen kann.

Zeitansatz?


Wie schon so oft in letzter Zeit haben wir uns beim Zeitansatz ordentlich verschätzt. Hatten wir doch gedacht, dass das Anbringen der Airlineschienen in wenigen Stunden erledigt ist, nimmt dieses Gewerk doch einen kompletten Arbeitstag in Anspruch. Sicherlich, wenn man nicht groß überlegen muss, weil man das schon zig mal gemacht hat, geht es wahrscheinlich schneller, doch für solche NOOBS wie uns…. da dauert es halt ein wenig länger. Außerdem sind wir ja nicht mehr die allerjüngsten 🙂

 

Stay tuned…. es bleibt spannend

 

 

 


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