Abwärts gehts immer – Von einsamen Bergen und viel zu engen Abfahrten

  |   Alltagserlebnisse, Portugal, Stellplatzgeschichten, Unsere Reiseberichte

Zunächst stehen wir noch ein paar Tage in fast völliger Einsamkeit auf dem Berg und genießen unsere Aussicht. Wir verschwenden noch keinen weiteren Gedanken an die bevorstehende Abfahrt, denn abwärts gehts irgendwie ja immer. Denken wir.

Abwärts gehts immer

Wir genießen diese Zeit des Null-Inputs, des Herunterkommens und füllen so ganz langsam unsere Batterien wieder auf. Lyggie ist in dieser Hinsicht schon viel weiter, als ich. Doch das wird auch demnächst kommen. Zumindest hoffe ich das.

Abwärts gehts immer

Dieses Portugal bietet so viele ruhige Orte, auch wenn man dafür nicht weit fahren muss. Die nächste Ortschaft ist man gerade ca 600 m entfernt. Gut, da liegen auch noch einige hundert Höhenmeter dazwischen, doch sind wir trotzdem nicht weit von der „Zivilisation“ entfernt.

Abwärts gehts immer

Auch Luna scheint die Ruhe hier zu bekommen, kann sie doch ohne Störung ihre Nase in den Wind halten und alles um sie herum erschnüffeln.

Abwärts gehts immer

Gegen Abend ziehen manchmal Wolken vom Meer herauf und füllen die tieferen Bereiche rund um uns. Manchmal gelangen sie aber auch bis zu uns hoch und wir können die wohltuende Kühle und Feuchtigkeit auf unserer Haut spüren. Im Landesinneren herrschen noch immer Temperaturen von an die 40 Grad oder sogar mehr.

Hier fast direkt am Ozean ist die Kühle des Atlantik prima für ein Wohlfühlklima geeignet.

Abwärts gehts immer

Überhaupt steigt die Wärme mit zunehmenden Abstand vom Meer. Überall in der nördlichen Hälfte von Portugal, also etwa nördlich der Höhe von Lissabon brennt es.

Wir verfolgen das auf der Internetseite fogos.pt, wo alle Feuer in Portugal dargestellt sind. In den letzten Tagen gab es schon mehrere Großbrände und es haben in den letzten Tagen wohl auch schon mehrere Feuerwehrleute bei ihrem Einsatz ihr Leben verloren.

Abwärts gehts immer

Irgendwo hinter dem Hügel nicht allzu weit entfernt (geschätzt vielleicht 10 km) ist schon seit einigen Stunden eine große Rauchfahne zu sehen. Als die Dämmerung und dann die Dunkelheit hereinbricht, hat das Feuer auch die dortige Bergkuppe erreicht. Es gelingt jedoch offensichtlich, es im Laufe der Nacht zu löschen, denn am nächsten Morgen brennt es nicht mehr.

Abwärts gehts immer

Flieg Falter flieg


Direkt vor unserem Fenster sitzt doch plötzlich an einem Morgen einer der schönsten Falter der Welt neben uns auf einem Baum.

Ein Segelfalter.

Abwärts gehts immer

Abwärts gehts immer


Er ist wunderschön anzusehen und bleibt zu unserer Freude auch lange Zeit sitzen und modelt für uns.

 

Irgendwann ist der Kühlschrank ziemlich leer und es zieht uns weiter. Den Berg herunter. Wenn ich mich an die Fahrt hier hoch erinnere, mischen sich doch ganz leicht mulmige Gefühle ins Alltagsbewusstsein. Es war schon bannig eng an manchen Stellen. Und das, was beim letzten Mal Steigungen waren, sind jetzt logischerweise Gefälle. Aber Abwärts gehts immer, sagen wir uns. Und los gehts.

Unten siehst du ein kleines Video von unserer Talfahrt zum nächsten Platz.

Abwärts gehts immer

Filmtitel: „Eine kam durch“, oder auch: „Abwärts gehts irgendwie immer“


Puh, war das an der einen Stelle eng. Links die Mauer mit dem Vorsprung, rechts das geparkte Automobil.

Auf der linken Seite waren ungefähr 2 cm Platz. Rechts nur wenige mehr.

Das Problem war ja, dass es an dieser Stelle recht steil nach unten ging, was man auf dem Video gar nicht so richtig sehen kann.

Aber irgendwie haben wir es geschafft, durchzukommen. Filmtitel passt.

Abwärts gehts immer

Luna lotste uns zielsicher durch alle Unbreiten (gibt es dieses Wort eigentlich?) und so können wir unseren Kühlschrank am nahegelegenen Intermarché wieder auffüllen, bevor wir uns auf den Weg zum nicht allzu weit gelegenen Estacionamento de Autocaravanas machen. Hier finden wir einen schönen Platz direkt hinter der Düne. Es ist ruhig, nur wenige Mobile verirren sich hierher. Es weht ein leichter Wind vom Meer her und somit können wir die Wärme gut genießen.

Wir haben da bei unserer Abfahrt mal was mitgebracht…


Ohne es gemerkt zu haben, haben, haben wir uns einen kleinen Ast besorgt und ihn auch sogleich mitgebracht.

Abwärts gehts immer

Nun gut, den brauchen wir hier nicht wirklich. Darum lassen wir ihn still und heimlich am Rande liegen……

Das Ding mit dem Müllbeutel


Eines späten Abends kommt ein kleineres Fahrzeug angefahren. Vom Kennzeichen her Franzosen. Sie stellen sich vor uns in die Parkreihe. Früh am Morgen werden sie von Lyggie beim Gassispaziergang mit einem freundlichen „Bonjour“ begrüsst. Wahrscheinlich sprechen sie aber kein französisch, denn sie antworten irgendwie nicht. Na ja. Einige Stunden später fahren sie schon wieder. Aber die Geschichte ist damit nicht beendet…

Abwärts gehts immer

Doch haben sie direkt an der Stelle, wo sie gestanden haben, eine Mülltüte und ein paar Abwasserflecken zurückgelassen. Wir werden jetzt keine Klischees bedienen und so nimmt Lyggie beim nächsten Gang zum etwa 200m entfernten, offensichtlich frisch geleerten Müllcontainer den Müllbeutel mit und wirft ihn hinein.

Schnitt.

Etwa eine halbe Stunde später kehrt das kleine gelbe Fahrzeug samt seiner Insassen zurück. Sie steigen aus…. kommen auf uns zu … und fragen uns in radebrechendem Englisch, ob wir ihre Tüte gesehen hätten.

Ja, haben wir. Sie liegt jetzt im Müllcontainer. Ganz unten. Denn der war gerade gestern Abend frisch geleert worden.

Etwas verzweifelt dreinblickend eröffnen die beiden uns, dass es sich keineswegs um Müll handeln soll, sondern dass sie die Tüte lediglich vergessen hätten, mitzunehmen.

Sie erkundigen sich bei uns nach dem Ort des noch immer fast leeren Müllcontainers und machen sich auf den Weg dorthin.

Die Zwei sind jung und sportlich. Und wahrscheinlich ist es für sie ein Leichtes, in den Container hineinzuklettern um ihren „Nichtmüll“ wieder herauszuholen.

Jedenfalls fahren sie nach einigen Minuten wieder weiter.

Sachen gibts….. dumm gelaufen…. wie auch immer.

Todesdrohung


Etwas weiter hinter uns steht ein anderes Wohnmobil. Hierzu gehört nicht nur ein Pärchen mittleren Alters, sondern auch ein großer Hund. Der knurrt Luna gleich bei der ersten Begegnung böse an und sie will nur weg. Und so hält sich der Kontakt auch zwischen uns Menschen in sehr überschaubaren Grenzen.

Gestern kommt ein sehr netter deutscher Zeitgenosse mit seinem Düdo und seinen drei kleinen Hunden angefahren. Wir klönen eine Runde und er scheint ganz umgänglich zu sein.

Abends erzählt er uns, dass der Mann (aus dem Wohmobil hinter ihm) ihn mit dem Tode bedroht haben soll. Gänzlich ohne Grund. Kommt uns irgendwie komisch vor. doch wir mischen uns nicht ein und haben das Ganze bald vergessen.

Später am Abend erzählt er uns auf das Ereignis mit der Drohung zurückkommend, dass er das überhaupt nicht verstehe. Nur weil seine drei kleinen Terrier frei herumgelaufen seien und einer der Terrier den Mann in den Zeh gezwickt hat. Man muss sich doch nicht so aufregen.

Hmmmm… ich überlege gerade, ob ich da sehr ruhig geblieben wäre…. 😀

Alex mit dem Landy


Wir bekommen Besuch. Alex kommt mit seinem Landrover Defender vorbeigefahren und sieht uns stehen. Neugierig und weltoffen sagt er Hallo und wir kommen in ein tolles Gespräch. Alex wohnt nicht weit von hier und lädt uns auf einen Besuch bei sich ein.

Sicherlich werden wir das Angebot annehmen und dann darüber berichten. Denn Alex scheint ein sehr interessanter Mensch zu sein, der viele Geschichten zu erzählen hat.

Wir freuen uns darauf.

Abwärts gehts immer

Runterkommen


Wir genießen die ruhigen Tage hier auf dem Parkplatz, genießen aber auch die Abwechselung (siehe oben).

Der Fotoapparat wird mal wieder gezückt und einiges wird auf digitales Zelluloid gebannt. Sowohl die Welt der Mineralien…

Abwärts gehts immer

… als auch der Fauna …

Abwärts gehts immer

und nicht zu vergessen die Flora.

Abwärts gehts immer

Der Strand ist hier heute leer. Also so richtig leer. Die Stege, die dorthin führen, sind offensichtlich nur in eine Richtung zu begehen.

Abwärts gehts immer

Das realisieren wir aber erst auf dem Rückweg vom Strand. Aber das ist an diesem Tag sowieso egal. Denn hier ist keiner, der uns entgegenkommen könnte. Also eine ziemlich sinnbefreite Regelung. Und so machen wir lieber ein etwas angenehmeres Foto vom Steg.

Abwärts gehts immer

Nun ist es aber erst mal Zeit für ein ausgiebiges Frühstück, oder was meinst du?

Abwärts gehts immer

Planung für die nächste Woche? Fehlanzeige. Wir haben nichts geplant und schauen mal, was das Schicksal für uns bereithalten wird.

Stay tuned…. es bleibt spannend.

Wir sagen Danke

 

*Werbung:
Auf unserem offroad Wohnmobil Blog befinden sich Affiliate-Partnerlinks zu Amazon. Wenn Du diesen Link für Deine Einkäufe nutzt, zahlst Du hierdurch nicht mehr, jedoch bekommen wir dann eine kleine Provision, die uns ein paar Kilometer weiterbringen wird. Wir sagen an dieser Stelle schon einmal herzlichen Dank für Deine Unterstützung 🙂

 

 

Folge uns: