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Ab an die Küste

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Das geht ja gar nicht. Viele Monate in Portugal zu sein und noch nicht mal das Meer gesehen zu haben.

Darum haben wir uns, jetzt wieder mit repariertem Differential, einen Schlängelweg zur Küste gesucht und stehen auf einem sehr nett gelegenen örtlichen Stellplatz.

Hier gibt es alles, was das Camperherz begehrt. Brötchenservice, Restaurants in fußläufiger Entfernung, leere riesige Sandstrände.

Und so tanken wir erst einmal einige Tage Kraft, die bei dem ganzen Stress dann doch auf der Strecke geblieben ist.

Erlebnisse in Schildahausen


Wir kennen das ja nun nicht wirklich. Das Stehen auf einem Stellplatz ist uns weitestgehend unbekannt und doch haben wir es nun eine Woche lang ausprobiert.

Ja, es ist praktisch. Hier gibt es morgens um gegen 9 Uhr frische Brötchen und leckeres Gebäck. Das klappt am Samstag ziemlich gut, das klappt am Sonntag ziemlich gut. Und am Montag stehe ich mir wartenderweise die Beine in den Bauch, mich wundernd, warum ich allein auf weiter Flur auf den Brötchenwagen warte.

Montags ist Ruhetag.

Das muss mal eine wissen. Na ja, ab Dienstag klappte es wieder.

Zufriedene ältere Ehepaare


Am Dienstag schlendern wir vom Brötchenholen den weiten Weg (ca 100m) zurück zum Fienchen und schließen langsam von hinten zu einem Paar auf, welches offensichtlich Kommunikationsübungen abhält.

Beide sind irgendgwo zwischen 60 und 70 Jahre alt. Sie schieben jeweils ein Kleinstmofa mit Verbrennungsmotor, wobei der Motor von ihm, nennen wir ihn der Einfachheit halber Schorse, schon läuft, der Motor von ihr, wir tauften sie Schnabbel, jedoch wieder ausgeht.

Schnabbel beschwert sich nun ganz aufgeregt und in einer deutlich auch von der Ferne zu vernehmenden Lautstärke über eben jenes Ereignis mit dem ausgehenden Motor, worauf sich Schorses Vorwurf an Schnabbel artikuliert, indem er ihr vorwirft: „Das hast Du ja auch nicht richtig gemacht!“

Schnabbel dementiert natürlich und beharrt auf der korrekten Durchführung des Motorstartprozederes und führt es sogleich noch einmal durch.

Das Ergebnis ist ein bereits nach wenigen Sekunden wieder ersterbender Motor.

Schorses Vorwurf „Du kannst ja nie was richig machen“ folgt eine ziemlich trotzige Bemerkung „Wenn du es mir nicht richtig zeigst“ und „das klappt ja wieder mal alles nicht richtig“.

Man muss sich das Geschehen so vorstellen. Mittlerweile hat die Klangkulisse deutlich an Volumen zugelegt und beschallt schon viele Quadratmeter des Stellplatzes, was so einige neugierige Gesichter aus den entsprechenden Wohnmobilen hervorschauen lässt.

Wir befinden uns zu diesem Zeitpunkt noch immer etwas hinter Schorse und Schnabbel, haben Sie nun, fast beim Fienchen ankommend, beinahe eingeholt.

Der Streit lässt die Auren der beiden dunkelrot und für alle sichtbar leuchten, was offensichtlich GEFAHR bedeutet.

Dieses verleitet mich zu der Aufforderung an die beiden Streithähne: „Also wenn Sie sich hier gleich Prügeln, dann passen Sie bitte auf das Wohnmobil hier rechts auf (Fienchen), damit es nicht beschädigt wird.

Ich ernte daraufhin nur einen Laut, der so ählich klingt wie „Arschloch“ und die beiden ziehen weiterhin sich gegenseitig laut beschimpfend und  anschreiend weiter. Da es keine weibliche Form von „Arschloch“ gibt, fühle ich mich hier nicht angesprochen und wir können uns nun dem Projekt Frühstückmachen zuwenden.

Leute gibts.

Nachtrag: Übrigens ist bis heute nicht geklärt, ob Schnabbels Motor irgendwann angesprungen ist.

Spass mit Hund


In jedes vernünftig ausgestattete Wohnmobil gehört ein Hund. Zumindest 80 Prozent der Camper denken so. Mindestens ein Hund. Da gibt es große Hunde, kleine Hunde, leise Hunde und laute Hunde.

Das Kläffverhalten, so unsere Erfahrung, verhält sich umgekehrt proportional zum Gewicht des Hundes.

Zum Beispiel stehen vor uns in der Parkreihe ältere Wohnmobilisten, die ein portugiesisches Kennzeichen am Fahrzeug befestigt haben, weshalb wir annehmen, dass es Einheimische sind.

Sprechen konnten wir mit diesen Leuten noch nicht, da sie vor ihrer Tür drei Hunde angebunden haben. Drei niedliche kleine Miniwauwies, die ob der fehlenden Körpergröße ihre Nachbarschaft zumindest tagsüber mit ständigem Gebell beglücken müssen. Also ich meine jetzt kein gelegentliches Wuff Wuff, sondern ein ständiges, penetrantes und sehr lautstarkes Wiff Wiff Wiff Wiffwiff.

Frauchen und Herrchen gefällst das offensichtlich, denn sie unternehmen ja überhaupt nichts dagegen.

Manchmal springt so ein kleiner Giftzwerg über eine (niedrige) Holzbalustrade und versucht, wesentlich größere Artgenossen zu beeindrucken. Das misslingt kläglich. Zumindest bei Luna, die stoischen Gemütes an den Fußhupen-Hunden vorbeistolziert, als wären sie gar nicht da.

Selbst andere Wohnmobilisten fühlen sich in ihrer Tagesruhe teilweise gestört, was dann zu Sprüchen wie „stupid barking dogs“ führt. Das alles prallt an Frauchen und Herrchen natürlich ab. Vermutlich dürfen ihre Lieblinge auch noch auf dem Küchentisch und ihnen auf dem Kopf herumtanzen.

 

Wie dem auch sei. Hier gibt es recht viele freilaufende einheimische Hunde, die allesamt recht schüchtern sind und einfach nur hoffen, dass sie hier von den Touris gefüttert werden.

Auch in unmittelbarer Nachbarschaft lebt in einem Steinhaus eines Anwohners ein Hund der ständig auch des Nächtens bellt. Ununterbrochen. Bis Herrchen (LKW-Fahrer) alle paar Tage mal auftaucht und dann wahrscheinlich für Futter sorgt.

Hunde haben hier halt einen anderen Stellenwert. In der einen und in der anderen Richtung.

Hättet ihr euch doch nur ne größere Solaranlage zugelegt


Man glaubt es kaum. Da stehen auf dem Stellplatz Wohnmobile im Schätzwert von 60.000€ – 80.000€. Und sobald die Sonne hinter dem Horizont versinkt…

… hieht man sich ins Womo zurück. Dann fängt die Fernsehanlage auf dem Dach an, sich etwas zu drehen, stoppt dann und wenig später lässt man den Motor für eine Stunde laufen, wahrscheinlich um genügend Strom zu haben, um im Fernsehen sehen zu können, wonach man sich richten muss.

Und das ganze bei insgesamt 2 Wohnmobilen. Jeden Abend.

Vielleicht hätte die eine oder andere Solarplatte ganz gut getan. Aber man muss ja Prioritäten setzen.

Ich habe den Überschallknall der Concorde gehört


Vielleicht war es auch nur der Klang von zersplitterndem Plastik und Glas, welches seine Härtegrade zusammen mit einem massiven Holzpfeiler auf dem Stellplatz testete.

Hier ein Beispielfoto:

Bestimmt 9 Meter lang ist dieses Geschoß, hat Riesenspiegel, die wie Insektenfühler aussehen. Und kostet neu bestimmt nicht unter 100.000 €. Doch warum sich zusätzliche Abstandswarner besorgen? Warum eine Rückfahrkamera anschaffen, warum überhaupt in den Rückspiegel sehen.

Da schlägt man nach rechts ein, um eine Linkskurve fahren zu können und nimmt mit dem hinteren linken Heck einen dicken Holzpfosten mit bestimmt 20cm Durchmesser mit.

Der Holzpfosten hat eindeutig gewonnen. Kann passieren, sollte aber nicht.

Noch schnell Gas auffüllen und weiter gehts


Ich hadere schon etwas länger mit der Frage, wie lange unsere zweite Gasflasche noch durchhält. Die erste 11 Kg Flasche hielt etwa 3 1/2 Monate. Die zweite Flasche ist jetzt seit etwa 3 Monaten in Betrieb und wir haben mehr gekocht, als mit der ersten Flasche. Deshalb würde eine gut gefüllte Flasche unser Das-Klappt-Mit-Dem-Kochen-Herz beruhigen.

Gasflasche 11 kg

Und so wurde ich ganz hellhörig, als ich von wenigen Tagen erfuhr, dass ganz in der Nähe Gasflaschen aufgefüllt werden:

In Figueira da Foz, westlich von Coimbra, zwischen Lissabon und Porto gelegen.

Morraceira – Gala, 3081-081 Figueira da Foz – Morraceira, Portugal, laut Google von 07:00-22:00 geöffnet

Hier wurde meine komplett entleerte 11 kg-Flasche vom Tankwart mit 22 Litern Gas gefüllt. Für gerade mal gute 13 €.

Jetzt reicht der Gasvorrat auf alle Fälle bis wir wieder neue Flaschen kaufen können.

Und so sind wir guter Dinge und mit vollgetankten Tanks etwas weiter nach Norden gezogen und stehen hier an einem sehr netten Stellplatz. Doch davon mehr im nächsten Blogpost.

 

Stay tuned…. es bleibt spannend.

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